Denghoog

Denghoog ist ein begehbares Ganggrab bei Wenningstedt auf Sylt und gilt als das besterhaltene in Schleswig-Holstein.

Das Grab liegt in Wenningstedt neben der Kapelle beim Dorfteich. Die Söl'ring Foriining betreut das Denkmal seit 1928. Zur Zeit der ersten Untersuchung 1868 lag der Hügel einsam und hoch über den Feldern, heute umschließt ihn die Bebauung des Ortes. Errichtet und benutzt wurde es von Menschen der Trichterbecherkultur, und nach dem Hügel ist eine ganze Stufe der Jungsteinzeit benannt.

Bauweise

Die ovale Kammer besteht aus eiszeitlichen Findlingen, von denen die schwersten bis zu 18 Tonnen wiegen. Zwölf Tragsteine halten drei Decksteine, außen liegen zwölf Randsteine, und im Gang bilden zwei weitere Steine den Türrahmen. Rotsandsteinplatten füllen die Fugen zwischen den Steinen. Ursprünglich führte ein gepflasterter Gang hinein, seit den 1930er Jahren steigen Besucher von oben ein. Im östlichen Teil der Kammer grenzen zwei Reihen hochkant stehender Platten eine Abteilung ab, in der auf sorgsam verlegtem Boden eine Feuerstelle lag.

Grabungen und Funde

Vom 17. bis 19. September 1868 grub der Hamburger Ferdinand Wibel den Hügel auf. Ernst Sprockhoff vermaß die Anlage 1960 und nahm sie unter der Nummer 4 in seinen Atlas der Megalithgräber Deutschlands auf. Weil eine Verstürzung im Gang die Durchlüftung behinderte, folgte 1982 eine zweite Grabung unter Joachim Reichstein und Hans-Jörg Repkewitz, die zunächst nur intern dokumentiert und erst 2013 wissenschaftlich aufgearbeitet wurde.

Zum Fundgut zählen Reste einer unverbrannten Leiche und ein Rinderzahn, dazu Gefäße und Scherben, darunter Trichterbecher. Gefunden wurden außerdem Beile, Flach- und Hohlmeißel, Klingen aus Feuerstein, sechs Perlen aus Bernstein und eine grünliche Porphyrkeule. Ein Teil davon ist in Keitum zu sehen. Weitere Steingräber der Insel sind das Harhoog bei Keitum und das Hügelgräberfeld auf der Heide bei Morsum.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Der Name wird verschieden gedeutet. Der Niebüller Heimatforscher Albert Panten erklärte 2005 aus einem Keitumer Hebungsbuch von 1636 und einem Erdbuch von 1778/86, dass Deng für Wiese steht, der Name also Grabhügel in der Norderwiese bedeutet. Nach der Deutung aus dem Sylter Friesischen heißt Deng dagegen Thing, also Gerichts- und Versammlungsplatz. Auch der Ort der Funde wird unterschiedlich angegeben: Die frühere Nordfriesland-Datenbank nannte einen Teil im Sylter Heimatmuseum, nach neuerer Angabe liegen die Originale im Schloss Gottorf in Schleswig und in Keitum Kopien. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Denghoog (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Denghoog