Friesischer Unterricht
Friesischer Unterricht wird an zahlreichen Schulen Nordfrieslands stundenweise erteilt. Studieren lässt sich die Sprache an den Universitäten Flensburg und Kiel.
Bis in das 19. Jahrhundert war Friesisch eine gesprochene Sprache ohne festen Platz in der Schule. In Kirche, Gericht und Unterricht herrschten zuerst das Niederdeutsche, dann das Hochdeutsche. Eine Schriftsprache entstand erst, als einzelne Lehrer und Küster anfingen, friesisch zu schreiben und dafür eine Rechtschreibung zu entwerfen. Zu ihnen gehörte Jap Peter Hansen, der zugleich Küster und Lehrer war.
Lehrmittel fehlten lange. Nann Mungard plante neben seinem Wörterbuch ein inselnordfriesisches Schullesebuch und eine Zeitschrift, um die Sprache auszubauen; gedruckt wurde davon zu seinen Lebzeiten wenig. Die friesischen Vereine setzten sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts dafür ein, dass das Friesische auch im öffentlichen Leben Platz findet, und dazu gehörte die Schule.
An zahlreichen Schulen des Kreises wird Friesisch inzwischen unterrichtet, allerdings nur mit einzelnen Stunden in der Woche. Wer die Sprache wissenschaftlich betreiben will, findet an den Universitäten Flensburg und Kiel Studienmöglichkeiten; zentrale Einrichtung für Forschung und Förderung ist das Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Als Minderheitensprache steht das Nordfriesische unter dem Schutz der Europäischen Sprachencharta, die für Deutschland seit 1999 gilt. Mehr zur Sprache selbst steht beim Friesischen.
Zu den Angaben
Eine Archivfassung des Eintrags aus der früheren Nordfriesland-Datenbank ist nicht erhalten, ebenso fehlt ein Wikipedia-Artikel. Die Angaben stützen sich auf die Nachbarartikel dieses Nachschlagewerks und beschreiben den Stand vor 2019. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.