Jap Peter Hansen

Jap Peter Hansen, geboren 1767 in Westerland, gestorben 1855 in Keitum, war Seefahrer, Küster und friesischer Schriftsteller.

Fünfzehn Jahre fuhr Hansen zur See, danach folgte er 1800 seinem Vater als Lehrer und Küster in Westerland nach. Von einem Onkel übernahm er zusätzlich den Unterricht in der Navigation und führte eine eigene Navigationsschule. 1820 wurde er nach Keitum versetzt, weshalb ihn die Insel Jap Köster nannte. Neben dem Dienst schrieb er Rechen- und Schulbücher sowie Schriften zur Mathematik und Astronomie, darunter 1814 eine Anleitung zur dänischen Trigonometriescale. Er berechnete einen hundertjährigen Kalender, konstruierte eine neue Kornwaage und legte ein sehr ausführliches Protokoll der Bibliothek des Siltervereins an.

Zweimal wurde seine Arbeit ausgezeichnet. Das Ehrenzeichen der Dannebrogsmänner bekam er 1811, vier Jahre später kam die Verdienstmedaille der Schleswig-Holsteinischen Patriotischen Gesellschaft hinzu. 1835 musste er dennoch eine dreijährige Haftstrafe wegen Unterschlagung verbüßen, nachdem er offenbar in Geldnot geraten war. Nach dem Zeugnis seines Sohnes fertigte und verkaufte er über 4.000 trigonometrische Skalen aus Buchsbaum.

Das erste Buch auf Nordfriesisch

Bleibende Bedeutung hat Hansen für die friesische Sprache. Seine Komödie über einen Geizhals und den Sylter Petritag schrieb er zwischen 1788 und 1792 auf See; gedruckt wurde sie 1809 in Flensburg und gilt damit als das erste gedruckte Buch auf Nordfriesisch. 1833 folgte die Erzählung von einem glücklichen Steuermann, die erste längere Prosaarbeit in dieser Sprache, erschienen in einem Sammelband, der die Lesefreude in der eigenen Sprache wecken sollte. Die Rechtschreibung dafür entwarf er selbst, ohne Vorbild, und schuf damit eine Grundlage für das Nordfriesische als Schriftsprache. Als Begründer der nordfriesischen Literatur gilt er deshalb bis heute.

Westerland benannte eine Straße nach ihm und setzte vor die alte Dorfkirche einen Gedenkstein. Das Museum Altfriesisches Haus in Keitum zeigt, wie er und sein Sohn Christian Peter Hansen gelebt haben.

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Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Die Dienstzeit in Keitum gibt die frühere Nordfriesland-Datenbank mit 1820 bis 1829 an, die Wikipedia nennt nur die Versetzung 1820. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Hansen, Jap Peter (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Jap Peter Hansen