Nann Peter(sen) Mungard

Nann Peter(sen) Mungard, geboren 1849 in Keitum, gestorben 1935 in Mögeltondern/DK, war Kapitän, Landwirt und friesischer Sprachpfleger.

Als junger Mann fuhr Mungard über die Weltmeere, zuletzt als Kapitän. Sprachen begleiteten ihn von Anfang an: Neben der Inselsprache lernte er in der Kindheit Hoch- und Niederdeutsch sowie Hoch- und Plattdänisch kennen, in der Schule etwas Englisch, auf See dann unter anderem Niederländisch und Japanisch. Zurück nach Keitum zog ihn nach eigenen Worten die Insel mit ihrer eigenen Sprache und Art. Dort baute er trotz eines Beinleidens einen mustergültigen Bauernhof auf, wurde Wegbereiter der Kultivierung der Heide und der Viehzucht und übernahm den Vorsitz im Landwirtschaftlichen Verein auf Sylt.

Die Wörterbücher

Zu großen Friesenfesten brachte Mungard die Inselfriesen zusammen. 1909 erschien sein Sylter Wörterbuch. Angeregt von einem westfriesischen Bankdirektor und von der westfriesischen Sprach- und Literaturgesellschaft, deren Ehrenmitglied er wurde, ging er danach ein Wörterbuch des gesamten Inselnordfriesischen an und ließ Männer und Frauen aus der Bevölkerung dafür sammeln. Der erste Teil war 1913 zum Druck eingerichtet und reichte bis zum Wort ofkwirki, erdrosseln; veröffentlicht wurde er erst 1974. Zusammen mit einem geplanten Schullesebuch und einer Zeitschrift sollte das Werk die friesische Sprache ausbauen.

Die Abstimmung von 1920

Nach dem Ersten Weltkrieg trat Mungard im Kampf um die Volksabstimmung dafür ein, dass seine Heimat zu Dänemark kommen sollte. Friesische Sprache und Kultur hielt er in einem kleinen Staat für besser aufgehoben als in dem großen Deutschland, das ihn aus seiner Sicht betrogen hatte. Dafür schlug ihm scharfe Feindschaft entgegen, dazu der Vorwurf des Landesverrats, und beim Biikebrennen warf man eine Strohpuppe mit seinem Namen ins Feuer. Als 1921 der Hof abbrannte, der 1910 an seinen ältesten Sohn Jens Mungard übergegangen war, verließ er die Insel und fand kurz hinter der neuen Grenze auf dänischer Seite ein Auskommen. Auf dem Grabstein der Familie in Keitum steht eine friesische Inschrift, die dazu auffordert, alles mit Leib und Seele zu tun und keine Halbheiten zu dulden.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der früheren Nordfriesland-Datenbank. Einen Wikipedia-Artikel gibt es nicht; die Angaben folgen der früheren Nordfriesland-Datenbank. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Mungard, Nann Peter(sen) (Archivfassung 2018)