Lewer duad üs Slaav

Lewer duad üs Slaav heißt Lieber tot als Sklave und gilt als Wahlspruch der Nordfriesen.

Die Worte stammen nicht aus Nordfriesland, sondern aus westfriesischer Überlieferung. Gemeint ist der Sieg, den die Friesen 1345 über Graf Wilhelm IV. von Holland errangen. Im frühen 19. Jahrhundert holten die nationalen Strömungen den Satz wieder hervor. Was Uwe Jens Lornsen aus Sylt widerfuhr, bewegte damals die Menschen in Schleswig-Holstein.

Wie der Spruch nach Nordfriesland kam

1839 widmete der Dichter Gustav Waldemar Gardthausen Lornsen ein Gedicht in drei Gesängen und vermerkte im Anhang, die Friesen hätten noch einen guten Spruch mehr, nämlich Lieber tot als Sklave. Erstmals öffentlich gezeigt wurde die Losung 1844 auf einer gold-rot-blauen Friesenfahne beim Volksfest der Nordfriesen in Bredstedt. Zum Wahlspruch aller Friesen erhob ihn wohl der Amrumer Universitätsdozent Knut Jungbohn Clement, der ihn 1845 auf das Titelblatt seines Buches Lebens- und Leidensgeschichte der Friesen setzte.

Pidder Lüng

Bekannt wurde der Satz durch die Ballade Pidder Lüng, die Detlev von Liliencron schrieb. Darin erstickt ein Fischer aus Hörnum den dänischen Amtmann Henning von Pogwisch in einer Schüssel Grünkohl und ruft dabei diese Worte. Erfunden hat Geschichte und Hauptfigur allerdings schon vorher der Sylter Chronist C. P. Hansen.

Vom Freiheitswort zur Phrase

In der Zeit der nationalpolitischen Auseinandersetzung richtete sich die Losung vor allem gegen Dänemark, besonders deutlich um die Volksabstimmung von 1920. Aus einem Satz über friesisches Freiheitsbewusstsein wurde so eine beliebig einsetzbare Phrase. Selbst die SA berief sich auf diesen Schlachtruf.

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Zu den Angaben

Die Schreibweise wechselt von Quelle zu Quelle, weil der Spruch in verschiedenen friesischen Mundarten aufgezeichnet wurde. Einen Wikipedia-Artikel gibt es nicht, die Angaben folgen der früheren Nordfriesland-Datenbank. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Lewer duad üs Slaav (Archivfassung 2010)