Christian Peter Hansen
Christian Peter Hansen, geboren 1803 in Westerland, gestorben 1879 in Keitum, war Lehrer, Küster und Chronist der Insel Sylt.
Sein Vater Jap Peter Hansen war Küster und Navigationslehrer und begründete mit dem Theaterstück "Der Geitzhals auf der Insel Silt" von 1809 die friesischsprachige Literatur mit. Nach dem Vornamen des Vaters nannte man den Sohn auf der Insel Kristjaan Japen. Als Autodidakt sammelte er Stoff zur Geschichte, zur Volkskunde und zur Kultur der Region, am meisten zu Sylt. Adelbert von Baudissin bezeichnete ihn als "lebendiges Konversationslexikon". 1838 gründete er den Sylter Lehrerverein, und spätere Vertreter der friesischen Sprachbewegung wie Boy Peter Möller und Nann Mungard saßen bei ihm in der Schule.
Sammler und Chronist
Erste Anregungen gingen von Uwe Jens Lornsen aus; über ihn schrieb Hansen später die erste Biografie. Was er zu Geschichte und Kultur der Insel zusammengetragen hatte, war schnell über die Region hinaus bekannt. Theodor Storm bat ihn um Aufzeichnungen zu Sylter Sagen und erhielt sie. Rund 15 Bücher und zahlreiche Zeitungsaufsätze kamen zusammen, einige davon illustrierte er selbst. Mit der Chronik der friesischen Uthlande legte er ein Hauptwerk zur nordfriesischen Geschichte vor.
Manches darin hält der Prüfung nicht stand. Ab 1845 verbreitete er den Spruch "Lewer duad üs Slaaw" und behauptete, die Friesen hätten ihn bereits 1252 in der Schlacht bei Oldenswort benutzt, wofür es keinen Beleg gibt. Auch Pidder Lüng, der Lange Peter von Hörnum, hat kein historisches Vorbild. Spätere Autoren beriefen sich dennoch kritiklos auf sein Werk.
Werbung für die Insel
1859 erschien sein Wegweiser für Badende in Westerland, der als erster Reiseführer für das junge Badeleben der Insel gilt. Zeichnend durchstreifte er Sylt und ließ Landschafts- und Meeresbilder als Lithografien drucken, die an Gäste verkauft wurden. Damit warb er zugleich für den aufkommenden Fremdenverkehr, obwohl er das frühere Sylt eigentlich für später bewahren wollte. Auf der Landes-Industrie-Ausstellung in Altona zeigte er 1869 feine Strickwaren, Fossilien und Messgeräte seines Vaters und bekam eine Bronzemedaille.
Auch das Biikebrennen hat er wieder in Gang gebracht; auf ihn geht die einheitliche Festlegung auf den Abend des 21. Februar zurück. Seinen Deutungen zu Ursprung und Gestalt des Festes folgt die Forschung allerdings nicht mehr. Politisch hielt er zu den deutsch gesinnten Schleswig-Holsteinern, mochte aber die Einverleibung des Landes in Preußen nicht und verglich später die preußische Herrschaft mit der dänischen. Bereits in den 1850er Jahren schlug er einen Damm zwischen Festland und Insel vor.
Teile seiner Sammlung bildeten den Anfangsbestand des Sylter Heimatmuseums, das 1908 gegründet wurde; sein Wohnhaus dient als Museum Altfriesisches Haus. In Keitum trägt die Straße an der alten Volksschule seinen Namen. Seit 1960 verleiht die Insel jährlich den C.-P.-Hansen-Preis für Verdienste um friesische Sprache, Kultur und Geschichte, zu dem auch ein Jugendpreis gehört.
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Zu den Angaben
Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Die Bewertung seiner Sagensammlung folgt der heutigen Volkskunde: Ein Teil der Erzählungen gilt als seine eigene Schöpfung. Er selbst räumte in seiner Autobiografie eine lebhafte Phantasie ein. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.