Johannes Oldsen
Johannes Oldsen, geboren 1894 in Klockries/Lindholm, gestorben 1958 in Legerade/Niebüll war eine Person der nordfriesischen Geschichte.
Der Bauernsohn aus Klockries, heute Teil von Risum-Lindholm, kam aus dem Ersten Weltkrieg desillusioniert zurück und suchte eine neue nationalpolitische Orientierung. Als Journalist unterstützte er die prodänische Bewegung, betonte dabei aber stets die Eigenständigkeit der friesischen Sprache und Kultur. 1923 gehörte er zu den Gründern des Friesisch-schleswigschen Vereins und wurde dessen erster Vorsitzender. Die Gruppe nannte sich bald Nationale Friesen und trägt heute den Namen Friisk Foriining.
Anerkennung als Minderheit
Der Streit ging um die Frage, ob die Nordfriesen ein eigenes Volk bilden. Die nationalen Friesen bejahten das und verlangten die Anerkennung als nationale Minderheit, während der Nordfriesische Verein sich als deutschgesinnt verstand und die Anerkennung ablehnte; dessen Position hielten die Bohmstedter Richtlinien fest. Oldsen betrat bewusst das politische Feld und saß von 1925 bis 1933 für die Liste Friesland im Kreistag von Südtondern.
1933 widersetzte er sich dort als einziger Abgeordneter der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten. In den Jahren danach blieb ihm jede öffentliche Tätigkeit verwehrt. Die Studie von Danker und Lehmann-Himmel über das Verhalten der späteren Landtagsabgeordneten in der NS-Zeit führt ihn als Nonkonformisten und als oppositionell-gemeinschaftsfremd.
Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er für einen Anschluss Nordfrieslands an Dänemark und gehörte zu den Mitbegründern des Südschleswigschen Wählerverbandes, der Partei der dänischen Minderheit und der nationalen Friesen. 1946/47 war er Mitglied des ernannten Landtags von Schleswig-Holstein, danach Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Kreistag von Südtondern. Die Anerkennung der Friesen als eigene Minderheit forderte er bis zuletzt. Wie sich die friesische Bewegung insgesamt entwickelte, steht im eigenen Eintrag.
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Zu den Angaben
Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Als Geburtsort nennt die frühere Nordfriesland-Datenbank Klockries im Kirchspiel Lindholm, die Wikipedia nur Lindholm. Beide Orte gehören heute zur Gemeinde Risum-Lindholm. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Thomas Steensen: Johannes Oldsen (1894-1958), Bräist/Bredstedt 1995.