Alter Koog (Nordstrand)
Alter Koog (Nordstrand) ist ein Koog in der Gemeinde Nordstrand im Kreis Nordfriesland, bedeicht im Jahr 1654. Er ist rund 647 Hektar groß.
Zuerst hieß der Koog Friedrichskoog. Er war der erste, mit dem Nordstrand nach dem Untergang der alten Insel Strand zurückgewonnen wurde. Die Bezeichnung Alter Koog setzte sich erst durch, als weitere Köge dazukamen.
Nach der Flut von 1634
In der Nacht zum 12. Oktober 1634 brach die Sturmflut an 44 Stellen durch die Deiche der Insel. Danach lag das Land zwei Jahrzehnte ohne Deichschutz offen. An eine Wiedergewinnung der verlorenen Flächen war zunächst nicht zu denken, weil die Überlebenden die Kosten nicht tragen konnten.
1652 schloss der Herzog in Schleswig einen Vertrag mit vier niederländischen Deichbauern. Sie übernahmen als Hauptpartizipanten die Wiederbedeichung und erhielten dafür weitreichende Rechte. Für die verbliebenen Nordstrander bedeutete das die Enteignung, denn Ländereien, Vorland, Moore und selbst das Kirchenland gingen an die Unternehmer über.
Arbeiter aus Brabant
Die Einheimischen halfen nur widerwillig mit, deshalb holten die Partizipanten Arbeitskräfte aus Brabant heran. Mit ihnen kamen Zuwanderer aus den Niederlanden und aus Flandern. Drei der vier Unternehmer waren katholisch, und ihnen wurde ausdrücklich die Religionsausübung zugestanden. So entstand auf der Insel eine katholische Gemeinde, deren Geldgeber von Anfang an das erzbischöfliche Domkapitel von Utrecht war.
Aus dem Kreis der Partizipanten ist die Familie Indervelden aktenmäßig belegt. Das Landesarchiv Schleswig-Holstein führt zu ihr einen Bestand, der den Friedrichskoog und den Trendermarschkoog betrifft und bis in das frühe 18. Jahrhundert reicht. Dem Alten Koog folgten der Osterkoog, der Trendermarschkoog und später weitere Eindeichungen, bis mit dem Beltringharder Koog die Verbindung zum Festland entstand.
Zu den Angaben
Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Zu den Opferzahlen der Flut von 1634: Die alt-katholische Gemeinde Nordstrand nennt 6.400 Tote bei 9.000 Einwohnern, eine private Darstellung der Inselgeschichte 6.123 Tote. Auch zur Bauzeit weichen die Quellen ab, die eine nennt ein Jahr der Fertigstellung, die andere eine Bauzeit von zwei Jahren. Der Punkt auf der Karte markiert den Mittelpunkt der Gemeinde Nordstrand, nicht den Koog selbst.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5