Osewoldter Koog
Friesisch: Oosewulder Kuuch
Der Osewoldter Koog ist ein Koog in der Gemeinde Dagebüll im Kreis Nordfriesland, bedeicht im Jahr 1935. Er ist rund 176 Hektar groß, der Deich war bei der Bedeichung etwa 2,6 Kilometer lang.
Der Osewoldter Koog ist eine kleine, landwirtschaftlich geprägte Streusiedlung in der Gemeinde Dagebüll. Er liegt vor dem Juliane-Marien-Koog und kürzte die Nase des Dagebüller Kooges, die weit ins Watt ragte, um rund 600 Meter.
Ein Name aus der Überlieferung
Der Name erinnert an Osewoldt, ein Kirchspiel, das an dieser Stelle im Mittelalter untergegangen sein soll. Die Wikipedia vermutet die Sturmflut von 1320 als Ursache. Die frühere Nordfriesland-Datenbank dagegen hielt Osewoldt für eine Erfindung des Kartografen Johannes Mejer, der im 17. Jahrhundert Karten des alten Nordfriesland zeichnete. Ob es den Ort wirklich gab, ist also umstritten.
Gebaut von Hand
Die staatliche Bauverwaltung ließ den Koog im Rahmen eines nationalsozialistischen Landgewinnungsprogramms eindeichen. Für den 2,6 Kilometer langen Deich waren rund 70.000 Tagewerke nötig. Den Klei holte man aus dem Watt und brachte ihn mit einer Feldbahn zur Baustelle, alles Übrige war Handarbeit. Gleich nach der Fertigstellung wurde der Koog 1936 besiedelt, mit sieben Bauernhöfen von 17 bis 19 Hektar und neun Arbeiterstellen mit je ein bis fünf Hektar Land.
Seit 1936 ist der Deich des Osewoldter Kooges der Seedeich, der ältere Deich des Juliane-Marien-Kooges liegt seitdem dahinter. Direkt am Außendeich verläuft die Landesstraße nach Dagebüll, die viele als Bäderstraße kennen.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia), die Fläche (Wikipedia) und die Deichlänge (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Zum Jahr: Die Wikipedia nennt 1935 für die Eindeichung und 1936 für die Besiedlung, die frühere Nordfriesland-Datenbank 1936 als Bedeichungsjahr. Der Punkt auf der Karte stammt aus dem Deichverzeichnis des Landes und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5