Johannes Mejer

Johannes Mejer, geboren 1606, gestorben 1674, war Kartograf und Mathematiker.

Der Vater, ein Pastor in Husum, starb 1617 und ließ die Familie in Armut zurück. Ein Onkel ermöglichte dem Sohn das Studium der Mathematik und Astronomie in Kopenhagen. Dort hörte er den Astronomen Longomontanus und den Mathematiker Thomas Fincke, der über Landvermessung las, und lernte die von Tycho Brahe begründete Schule der Kartografie kennen. Um 1629 kehrte er nach Husum zurück und verdiente sein Geld als Lehrer, Gelegenheitsdichter und Kalendermacher, bevor er nach 1630 mit eigenen Karten begann.

Vom Schleiatlas zur Landesbeschreibung

Für Herzog Friedrich III. nahm er 1641 das Amt Apenrade auf und kartierte die Schlei mit ihren Heringszäunen; zwei Ausgaben dieses Atlas mit 40 und 43 Blättern sind erhalten. Die älteste brauchbare Karte von Helgoland zeichnete er 1639. Aus der Bekanntschaft mit dem Eiderstedter Chronisten Peter Sax entstanden zwei Karten zum Zustand von Rungholt und der Lundenbergharde um 1300, dazu 1639 eine Abschrift von Sax' Beschreibung Eiderstedts mit drei Karten. Den Auftrag des dänischen Königs, zuerst die Westküste aufzunehmen, setzte er 1649 mit zwei Nordfriesland-Karten für die Jahre 1240 und 1634 um.

1652 erschien Caspar Danckwerths Neue Landesbeschreibung der beiden Herzogtümer mit 40 Karten und Stadtgrundrissen. Die Brüder Mathias und Nicolaus Petersen gestalteten sie künstlerisch aus, die Brüder Andreas und Christian Lorenzen stachen sie in Kupfer. Finanziell hatte der Zeichner davon nichts: Danckwerths Witwe verkaufte die Kupferplatten 1657 an den holländischen Verleger Joan Blaeu und behielt seinen Gewinnanteil zurück. An einem Nordischen Atlas arbeitete er bis zuletzt, vollendete ihn aber nicht, weil die Bezahlung ausblieb.

Genauigkeit und Phantasie

Seine Landkarten übertrafen alle Vorarbeiten an topografischer Genauigkeit. Neben astronomischen Berechnungen nutzte er den Kompass, maß Entfernungen von Kirchtürmen herab oder durch Abschreiten und schätzte, wo nichts anderes ging. Erst nach mehr als hundert Jahren war diese Arbeit überholt; Verlegern wie Janssonius, Homann, Seutter und Lotter diente sie über Jahrzehnte als Grundlage. Der Nachlass kam nach seinem Tod in die Königliche Bibliothek in Kopenhagen, wo H. P. Resen und Erik Pontoppidan die Karten für eigene Atlaswerke verwendeten.

Ganz anders steht es um die historischen Karten. Sie folgen den Spekulationen seiner Historikergeneration und zeigen Zustände, für die es keine Belege gab. Arbeiten über das Paradies, über Planeten und Fixsterne oder über die Welt am dritten Schöpfungstag gehören ebenfalls zu seinem Werk.

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Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt, überliefert sind der Tag der Taufe im Oktober 1606 und der Tag der Beisetzung im Juni 1674. Bei der Ernennung zum Hofmathematiker widersprechen sich die Quellen: Die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt für 1645 einen Herzog Christian IV., die Wikipedia dagegen Arbeiten für Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf ab 1635 und die Ernennung zum königlichen Mathematiker durch König Christian IV. im Jahr 1647. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Mejer, Johannes (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Johannes Mejer (Kartograf)

Weiterführende Literatur

  • Caspar Danckwerth und Johannes Mejer: "Newe Landesbeschreibung der zwey Hertzogthümer Schleswich und Holstein", 1652