Juliane-Marien-Koog

Friesisch: Juuljåånen-Mariienkuuch

Der Juliane-Marien-Koog ist ein Koog in der Gemeinde Dagebüll im Kreis Nordfriesland, bedeicht 1777/78. Er ist rund 329 Hektar groß.

Der Juliane-Marien-Koog trägt den Namen der dänischen Königin Juliane Marie, der Witwe König Friedrichs V. Er gehört heute zur Gemeinde Dagebüll und liegt an der Südflanke des Dagebüller Kooges, der früher weit nach Westen ins Watt ragte.

Schlick in der Bucht

Nachdem der Kleiseerkoog 1727 die frühere Hallig Dagebüll mit dem Festland verbunden hatte, blieb südlich davon eine Bucht bis zur Küste bei Fahretoft. Der vorspringende Dagebüller Koog wirkte dort wie eine riesige Lahnung, also wie ein Zaun aus Pfählen und Buschwerk im Watt, der die Strömung bremst. Bis 1770 lagerte sich so viel Schlick ab, dass Vorland in der Größe des späteren Kooges entstand. Ab 1777 wurde es eingedeicht, der neue Deich war knapp 2,2 Kilometer lang.

Ein Koog mit Sonderrechten

Das Recht zur Bedeichung, ein sogenanntes Oktroy, stellte der König am 6. Juni 1776 aus. Es ging an P. Paysen aus Klockries, J. Carstensen aus Lindholm und M. Tychsen aus Tondern. Das Oktroy brachte ihnen Vorrechte bei Zoll, Jagd und Fischerei, bei Polizei und Gerichtsbarkeit und in der Verwaltung. Teile dieser Sonderstellung hielten sich bis 1887, als das Land längst preußisch war.

Besiedelt wurde der Koog nur langsam. Ab 1806 entstanden die ersten beiden Höfe auf niedrigen Warften, befestigte Wege gab es bis 1959 nicht. Strom und Trinkwasser kamen zwischen 1958 und 1960. Der Deich hat nie größere Schäden erlitten. Seit 1936 liegt der Osewoldter Koog davor, dessen Deich seitdem die Aufgabe des Seedeichs übernimmt. Am 1. Januar 1978 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Juliane-Marienkoog nach Dagebüll eingegliedert.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Juliane-Marien-Koog (Archivfassung 2011)
  2. Wikipedia: Juliane-Marien-Koog
  3. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Heinrich Kraft: 200 Jahre Juliane-Marien-Koog. In: Zwischen Eider und Wiedau 1978, S. 75.
  • Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5