Tümlauer Koog

Der Tümlauer Koog ist ein Koog und zugleich eine eigene Gemeinde im Kreis Nordfriesland, bedeicht im Jahr 1935. Er ist rund 585 Hektar groß.

Der Tümlauer Koog liegt im Westen von Eiderstedt an der Tümlauer Bucht und bildet eine eigene Gemeinde. Von 1935 bis 1945 hieß er Hermann-Göring-Koog. Kirchlich gehört er zu Tating.

Ein Vorgänger aus dem 17. Jahrhundert

Auf diesem Gebiet gab es schon einmal einen Koog. Von 1699 bis 1717 bestand in der Bucht zwischen Utholm und Westerhever der Graffenkoog, benannt nach dem Eiderstedter Staller von Graffen. Die Weihnachtsflut 1717 zerstörte ihn. Sein zweiter Besitzer hieß Thomblow, nach ihm ist die Tümlauer Bucht benannt.

Ein Musterkoog der NS-Zeit

Der neue Koog entstand im Rahmen eines nationalsozialistischen Programms zur Arbeitsbeschaffung und Landgewinnung. Wie der Adolf-Hitler-Koog in Dithmarschen, heute Dieksanderkoog, sollte er die Blut-und-Boden-Ideologie vorführen. Im Oktober 1935 weihte ihn Hermann Göring persönlich ein. Die Siedler der 32 Siedlerstellen waren nach rassischen Gesichtspunkten ausgewählt.

Nach 1945 zerfiel die Siedlergemeinschaft. Anders als im Adolf-Hitler-Koog, wo die Siedler aus der Umgebung stammten, wanderte hier ein großer Teil der ersten Generation ab. Der sehr fette Marschboden brachte übrigens erst gute Ernten, als man ihn mit Sand abmagerte.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt 1934 als Bedeichungsjahr und 641 Hektar als Gesamtfläche. Die 585 Hektar der Wikipedia beziehen sich auf die landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Tümlauer Koog (Archivfassung 2011)
  2. Wikipedia: Tümlauer Koog
  3. Land Schleswig-Holstein: Anlagen- und Deichverzeichnis (AWGV), Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Gemeinde Tümlauer-Koog (Hrsg.): 50 Jahre Tümlauer-Koog 1935-1985, Tümlauer-Koog 1985.
  • Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5