Eiderstedt

Eiderstedt ist eine Halbinsel im Süden Nordfrieslands, rund 400 Quadratkilometer groß und im Kern altes Marschland. Sie entstand aus drei Landschaften, die bis ins 19. Jahrhundert eigene Rechte hatten.

Aus dem Marschland ragt ein Strandwall heraus, der etwa 6.000 Jahre alt ist und von Garding nach Sankt Peter-Ording zieht. Dort geht er in den einzigen Dünenkomplex des nordfriesischen Festlands über. Das übrige Land ist flach und von Warften durchsetzt, auf denen Bäume und Höfe stehen. Grünland nimmt den größten Teil der Fläche ein, auf den Äckern wachsen vor allem Raps und Weizen. Die Ochsenmast früherer Jahrhunderte hat die Milchwirtschaft abgelöst.

Ein Land voller Wasser

Wie nah die Halbinsel dem Wasser bleibt, zeigt ihr Grabennetz. Schilfbewachsene Gräben und Sielzüge bedecken rund 1.500 Hektar, dazu kommen Tränkekuhlen, Wehlen und etwa 600 Hektar alte Priele, die im Winter noch überlaufen. Früher lief ein Teil des Verkehrs über Sielzüge wie die Norder- und die Süderbootfahrt, mitten im Land gab es Häfen. Heute entwässern etwa 30 Siele, elf Schöpfwerke und 900 Kilometer Vorfluter die Fläche.

Kirchen und Harden

Achtzehn Kirchen verteilen sich über die Halbinsel, was für die Zahl der Einwohner ungewöhnlich viel ist. Drei von ihnen waren Hauptkirchen der Harden: Tating für Utholm, Garding für Everschop und Tönning für Eiderstedt selbst. Die drei Harden wuchsen zusammen, als die Köge zwischen ihnen eingedeicht wurden. Wie das ablief, steht beim Mittelkoog und beim Osterfelder Koog.

Fast eine kleine Republik

Eiderstedt besaß Privilegien, die die Landesherren über Jahrhunderte immer wieder bestätigten. Die Landschaft regelte ihre Rechtsangelegenheiten weitgehend selbst, wobei nur die größeren Landbesitzer mitreden durften. Oberster Beamter war der Staller: eingesetzt vom Landesherrn, aber nach dem Stallerprivileg von 1590 von der Landschaft vorgeschlagen. Auch Deichbau und Küstenschutz lagen lange in eigener Hand. Aus dieser Selbstverwaltung und dem Wohlstand der Marschbauern erklärt sich das ausgeprägte Selbstbewusstsein, das den Eiderstedtern nachgesagt wird.

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Zu den Angaben

Die Fläche stammt aus der früheren Nordfriesland-Datenbank und aus der Landeskunde Schleswig-Holstein. Eine amtliche Abgrenzung der Landschaft gibt es nicht, weil sie keine Verwaltungseinheit ist. Für diese Seite gibt es keinen einzelnen Kartenpunkt, weil sie ein größeres Gebiet beschreibt.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Eiderstedt (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Eiderstedt