Tating
Tating ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf der Tatinger Nehrung im Westen von Eiderstedt. Auf 29,49 Quadratkilometern leben 954 Einwohner (Stand Ende 2025).
Der Ortsname geht vermutlich auf den Personennamen Tato zurück. Keramikscherben deuten darauf hin, dass der Geestrücken der Tatinger Nehrung schon in der römischen Kaiserzeit besiedelt war. Nach dem Ort ist die Tatinger Kanne benannt, eine Fundgattung der Archäologie. Bis die drei Lande Eiderstedt, Everschop und Utholm durch Eindeichungen im 16. und 17. Jahrhundert zusammenwuchsen, war Tating der Hauptort der Harde Utholm. Das Gemeindegebiet reicht vom Wilhelminenkoog im Süden bis an den Tümlauer-Koog im Nordwesten.
Sankt Magnus
Die Kirche Sankt Magnus gilt als die älteste Eiderstedts und vielleicht als das älteste Bauwerk der Halbinsel. 1103 stand hier eine hölzerne Kapelle, die bald durch eine Steinkirche ersetzt wurde; aus dieser Zeit stammt der gewölbte Kastenchor. Schiff und Chor sind romanisch, das Chorpolygon kam in der Gotik hinzu, der hölzerne Barockturm 1661 und 1694. Der spätgotische Flügelaltar zeigt im Mittelfeld eine figurenreiche Kreuzigung, in den Flügeln die zwölf Apostel. Zur Ausstattung gehören eine Kanzel von 1601, eine Triumphkreuzgruppe aus der Zeit nach 1500 und die nördliche Empore vom Ende des 16. Jahrhunderts.
Hochdorfer Garten
Der Hochdorfer Garten zählt zu den wichtigsten Gartenanlagen Nordfrieslands. Angelegt wurde er wahrscheinlich 1764 im französischen Stil, mit einem Lindenparterre und zehn Pflanzquartieren, die achsensymmetrisch auf die Hauptfront des Haubargs ausgerichtet und von über 120 Meter langen Lindenalleen eingefasst sind. Im 19. Jahrhundert kam ein Landschaftspark nach englischem Vorbild hinzu, dazu am Südrand eine künstliche Ruine und später das sogenannte Schweizer Haus. Der Haubarg Hochdorf von 1764 war mit 45 Metern Länge wohl der größte auf Eiderstedt; nach mehreren Erbteilungen wurde er um 16 Meter verkürzt. Seit 1905 kümmert sich die Richardsen-Bruchwitz-Stiftung um die Anlage, die seit 1983 unter Denkmalschutz steht und der Gemeinde als Dorfpark überlassen ist.
Die Bundesstraße 202 führt als Dorfstraße mitten durch den Ort und verbindet ihn mit Tönning und Sankt Peter-Ording. Auf der Bahnstrecke von Husum nach Sankt Peter-Ording verkehrt eine Regionalbahn. Die Dorfschule schloss 1976, Kinder und Jugendliche gehen seither nach Sankt Peter-Ording. Durch das Gemeindegebiet verlaufen der Nordseeküsten-Radweg und der Wikinger-Friesen-Weg. Neben der Landwirtschaft, deren Gewicht seit Jahren abnimmt, trägt der Fremdenverkehr einen großen Teil der Wirtschaft.
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten urkundlichen Nennung gibt es zwei Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt 1352, die Wikipedia 1187. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.