Bargum

Friesisch: Beergem

Bargum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf einem Geestvorsprung an der Bundesstraße 5 zwischen Bredstedt und Niebüll. Auf 17,29 Quadratkilometern leben 670 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Name bedeutet so viel wie zu den Bergen und verweist auf eine Anhöhe; urkundlich erscheint der Ort 1379. Solange die Marsch im Norden noch offen lag, umrundeten Fischer diese Landzunge. Damit war es 1466 vorbei, als der Bargumer Koog und der Langenhorner Alte Koog geschlossen wurden. Die Bedeichung ging von der Siedlung Bargum Barg aus, und der alte Deich ist noch heute gut zu erkennen. An ihm liegen zwei Wehlen, die bei späteren Sturmfluten ausgekolkt wurden.

Kirche und Mühle

Die Kirche in West-Bargum wurde vermutlich um 1250 errichtet, zugleich mit der des Nachbarortes Efkebüll, der 1362 in der Zweiten Marcellusflut unterging. Ihre heutige Gestalt als spätgotischer Backsteinbau stammt aus dem 15. Jahrhundert, das Glockenhaus steht separat und kam im 17. Jahrhundert hinzu. Aus dem Jahr 1702 stammen das Deckengemälde mit Szenen aus dem Leben Jesu und dem Alten Testament sowie die Ausmalung von Kanzel und Emporen. In die Ostwand des Chores ist ein Sakramentsschrank des späten 15. Jahrhunderts eingelassen. Am Ort steht außerdem der Galerieholländer Aeolos, dessen zwei Mahlwerke für Roggen und Weizen betriebsfähig sind.

Erste Besiedlungsspuren führen in die mittlere Steinzeit, in der Jungsteinzeit saßen Bauern zumindest zeitweise auf den höheren Sanderflächen, und aus der Eisenzeit ist ein Hinweis auf Gräber nahe der Soholmer Au überliefert. Bis 1864 war Bargum Mittelpunkt eines Kirchspiels in der Nordergoesharde, 1934 wurde es mit dem Bargumer Koog zu einer Landgemeinde zusammengefasst. Die Bundesstraße trennt Ost- und West-Bargum, weshalb die Bewohner 1975 und 1976 in gemeinsamer Eigenleistung ein Gemeindehaus bauten. Im Südosten der Gemarkung betrieb die Bundeswehr bis 2018 ein Materiallager, das wieder in Betrieb gehen soll. Seit 2005 ist Bargum anerkannter Erholungsort.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Bargum (Archivfassung 2010)
  2. Wikipedia: Bargum
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Chronikblätter aus Bargum, Bargum 1984 - 1986. Schleswig-Holstein Topographie, HN 16.6.2001.