Elisabeth-Sophien-Koog
Elisabeth-Sophien-Koog ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, im Norden der Halbinsel Nordstrand. Auf 5,18 Quadratkilometern leben 56 Einwohner (Stand Ende 2025).
Der Koog liegt auf historischem Grund. 1634 zerschlug die Burchardiflut die hufeisenförmige Insel Alt-Nordstrand und ließ nur Bruchstücke zurück, aus denen in den folgenden Jahrzehnten Pellworm und Nordstrand wieder eingedeicht wurden. 1652 übertrug Herzog Friedrich III. die Ländereien dem Brabanter Quirinus Indervelden und drei weiteren Holländern mit der Auflage der Wiedereindeichung. So entstanden bis 1691 vier Köge, ehe die Sturmflutreihe von 1717 bis 1720 die Sicherung des Bestehenden vordringlich machte. 1739 stellten die Holländer schließlich den nach König Christian VI. benannten Christianskoog fertig.
Der Deich des Grafen
Wenige Jahre später zerstörte eine Sturmflut die Deiche dieses Kooges wieder. Die holländischen Teilhaber waren durch die häufigen Brüche so verarmt, dass sie ihren Besitz an die einheimische Bevölkerung verkauften, der das Geld für eine neue Eindeichung fehlte. 1768 erwarb Jean Henri Desmercières das Recht zur Wiederbedeichung; in der Bredstedter Bucht hatte er sich bereits bewährt. Eine königliche Resolution von 1771 gewährte ihm sieben zusätzliche abgabenfreie Jahre. Desmercières ließ einen seeseitig flach ansteigenden Deich bauen und benannte den Koog nach seiner Frau Elisabeth Sophie Gräfin de Friis.
Ab Juni 1771 stand das Land zur Besiedlung bereit; Entwässerung und Wege ließ Desmercières wie in den Reußenkögen selbst anlegen. Vor allem alte Nordstrander Familien ließen sich nieder, denen das Oktroy die Selbstverwaltung zusicherte. Diese Sonderstellung hat der Koog behalten. Als die Flut von 1825 die Deiche der übrigen Nordstrander Köge aufriss, hielt der flach profilierte Deich des Grafen, und die anderen wurden danach im gleichen Profil wieder aufgebaut. Einen Antrag der Gemeinde Nordstrand auf Zusammenschluss lehnte der Kreisausschuss 1895 ab, dem Deich- und Sielverband Nordstrand trat der Koog erst 1957 bei.
Straßennamen gibt es in der Gemeinde nicht, die Häuser sind nach Nummern geordnet. Weil hier weniger als siebzig Menschen leben, vertritt eine Gemeindeversammlung aus allen Wahlberechtigten die Gemeinde. Einnahmen bringen ein Windpark, ein Campingplatz am Außendeich und die Kurtaxe. Die Badestelle am Holmer Siel wird vor allem von Surfern genutzt, im historischen Pharisäerhof finden sich ein kleines Heimatmuseum und ein Café. Ansässig ist außerdem ein Gestüt für Friesenpferde.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur Zerstörung des Vorgängerkooges gibt es zwei Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt 1756, die Wikipedia 1751. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Nicolai Möllgaard: 200 Jahre Elisabeth-Sophien-Koog auf Nordstrand 1771-1971, Bredstedt 1971.