Graf Jean Henri Desmercières

Graf Jean Henri Desmercières, geboren 1687 in Paris, gestorben 1778 in Kopenhagen, war dänischer Staatsrat und Deichbauherr.

Desmercières war Sohn des Geheimrats Jean Henri Graf Gyldensteen und machte in Kopenhagen Karriere. Dort gründete er die erste Bank der Stadt und besaß mehrere Güter in Holstein. Seinen ostholsteinischen Bauern verhalf er durch Zeit- und Erbpachtverträge aus der Leibeigenschaft. Für Nordfriesland zählt er aus einem anderen Grund: Er finanzierte und leitete mehrere große Eindeichungen.

Ein neues Verfahren

1733 kaufte er ein Oktroy von König Christian VI., also das landesherrliche Recht zur Eindeichung. Sein erster Koog war 1741 der Sophie-Magdalenen-Koog vor Bredstedt. Dabei ging er anders vor als seine Vorgänger: Er ließ nur Vorland eindeichen, das hoch genug aufgeschlickt war und schon Salzwiesenpflanzen trug. Beim südlich anschließenden Desmerciereskoog, den er zwischen 1765 und 1767 gewann, führte er zusätzlich ein neues Deichprofil ein.

Bedingungen für die Siedler

Desmercières kümmerte sich auch um das, was nach dem Deichschluss kommt: Entwässerung, Wege und Unterhaltung. Die Siedler wählte er selbst aus und gab ihnen langfristige Abzahlungsverträge oder Pachtverhältnisse, sodass sie als freie Bauern mit eigenem Besitz bestehen konnten. So hielt er es 1771 auch bei der Wiedergewinnung des sturmflutgeschädigten Elisabeth-Sophien-Kooges auf Nordstrand. Anlage der Entwässerung und der Wege übernahm er auf eigene Rechnung, dazu für zehn Jahre die Unterhaltung des Deiches.

Nach seinem Tod ging der größte Teil des Vermögens an Graf Heinrich XLIII. von Reuß-Schleiz-Köstritz, einen Enkel seiner Stiefschwester. Dieser setzte das Werk fort und gewann weitere Köge vor Bredstedt, darunter den Reußenkoog. Wie diese Eindeichungen im Einzelnen abliefen, steht bei den jeweiligen Kögen und beim Deichbau.

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Zu den Angaben

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Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Desmercières, Graf Jean Henri (Archivfassung 2018)

Weiterführende Literatur

  • August Wilhelm Geerkens: Jean Henri Graf Desmercières, Flensburg 1960.