Habel

Friesisch: Haabel

Habel ist eine Hallig im nordfriesischen Wattenmeer, vor dem Sönke-Nissen-Koog.

Habel ist die kleinste der nordfriesischen Halligen und liegt in der Schutzzone I des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Sie ist rund 655 Meter lang und an der breitesten Stelle etwas über 100 Meter breit. Die Hallig ruht auf einer Anschüttung in einem Gebiet, das im Hochmittelalter kultiviert wurde und zuvor von Mooren und Fließgewässern durchzogen war. Die damaligen Bewohner, aus Holland zugewanderte Friesen, lebten von Ackerbau und Salztorfabbau. Pflugfurchen, Gräben und Reste von Sommerdeichen sind bei Niedrigwasser in der Umgebung noch zu erkennen.

Von zwei Warften bleibt eine

Im frühen 19. Jahrhundert standen auf Habel sieben Häuser auf zwei Warften. Die Süderwarft wurde abgesiedelt und verschwand gegen Ende des 19. Jahrhunderts vor der Südküste im Meer; ihr Haus hatte man 1868 abgebrochen und auf der Norderwarft neu aufgebaut. Seit der ersten Vermessung Anfang des 19. Jahrhunderts hat die Hallig mehr als neun Zehntel ihrer Fläche verloren, mehr als jede andere. Ohne die Befestigungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wäre sie längst dauerhaft überflutet. 1871 wurden noch zwölf Einwohner gezählt, 1905 nur drei; ab 1923 reichte die Nutzfläche nicht mehr zum Auskommen.

Die Sturmflut vom November 1981 beschädigte Warft und Haus. Beim Wiederaufbau wurde die Warft vergrößert und ihre Böschung deutlich abgeflacht, damit die anrollenden Wellen Energie verlieren. Auf einen Ringdeich, wie er dauerhaft bewohnte Warften sonst umgibt, hat man verzichtet; im Westen blieb der Rest einer älteren Kappe stehen. Am Flutsaum schützt ein Steinkantenschutz die Hallig.

Vogelwarte und Betretungsverbot

Auf der Norderwarft steht eine Vogelschutzstation, die von März bis Oktober besetzt ist. Die Hallig gehört dem Land Schleswig-Holstein und wird seit 1983 vom Verein Jordsand betreut; die Vogelwarte wechseln sich alle zwei bis drei Wochen ab. Das einzige Haus hat keinen Hochwasserschutzraum, deshalb bleibt es zwischen Oktober und März unbewohnt. Frischwasser kommt mit dem Boot, geheizt wird mit Kachel- und Gasofen. In staatlichem Besitz ist Habel seit 1905, verwaltungsmäßig gehört sie zur Gemeinde Gröde.

Für Seevögel ist die Hallig Brut- und Rastgebiet, besonders als Äsungsfläche der Ringelgans und für die Küstenseeschwalbe. Der Anteil der Seevögel nimmt allerdings ab, und Watvögel treten gegenüber Enten- und Gänsevögeln zurück. Auch die Pflanzendecke hat sich durch die Küstenschutzmaßnahmen verändert: der Halligflieder geht zurück, die Quecke breitet sich aus. Dagegen werden die Ausläufe der Grüppen zeitweise verschlossen, um mehr Salzwasser zu stauen. Die Schafhaltung ist inzwischen eingestellt, und das Betreten der Hallig ist ganzjährig untersagt.

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Zu den Angaben

Die Flächenangabe beruht auf einer GIS-Berechnung des Amtes für ländliche Räume von 2006, die einschließlich Deckwerk 7,4 Hektar ergab. Die Angaben gehen weit auseinander: genannt werden auch 6 Hektar sowie 4 und 3,5 Hektar reine Halligfläche. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Habel (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Habel
  3. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL