Högel

Friesisch: Högel

Högel ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf der Vorgeest rund sechs Kilometer nordöstlich von Bredstedt. Auf 16,28 Quadratkilometern leben 502 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ortsname kommt aus dem Dänischen und bedeutet Hügel oder Erhebung; erstmals genannt wird er 1377. Später erscheinen die Formen in Hugle, to Haghele und ville Hoghel. Der Ortsteil Mirebüll folgt 1499 und wird als Siedlung am Moor gedeutet. Dort liegen die Reste eines befestigten mittelalterlichen Adelssitzes.

Von Flintbeilen zum Windrad

Reste von Siedlungen der mittleren Steinzeit zeigen, dass die höhere Geest östlich von Bredstedt früh bewohnt war. Flintbeile und Streitäxte stammen aus der Jungsteinzeit; Eisenschmelzen und Grabhügel sprechen dafür, dass hier bis in die Völkerwanderungszeit durchgehend gesiedelt wurde. Wer fremd war, zahlte am Hof Andreas Bi't Heck bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Wegezoll. 1923 baute eine Lichtgenossenschaft mit 45 Abnehmern für Licht und 15 für Kraftstrom eines der ersten Windräder Deutschlands; das Wappen der Gemeinde zeigt deshalb eine zwölfflügelige Windmühle. Heute liefern ein Bürgerwindpark und eine Freiflächenanlage für Photovoltaik den Strom.

Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten die Alliierten im Dorf für zehn Monate ein Sammellager für polnische und russische Zwangsarbeiter ein; die Bewohner mussten es räumen. Kirchlich gehört Högel zu Breklum, Schulen und Kindergärten liegen in Bredstedt. Aus der alten Schule wurde ein Gemeindehaus, seit 1967 gibt es außerdem ein Freibad. Zur Erholung dienen das Heidemoor und ein Eichenkratt im Ortsteil Högelfeld.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Högel (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Högel
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Nicolai Möllgaard (Bearb.): Aus der Chronik von Högel, Högel 1988. Chronik der Gemeinde Högel. Hrsg. von der Gemeinde Högel. Bd 2, Högel 1990. Schleswig-Holstein Topographie, HN 16.7.2004.