Breklum

Friesisch: Breklem

Breklum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, unmittelbar südlich von Bredstedt, zu beiden Seiten des Übergangs von der Geest in die Marsch. Auf 10,07 Quadratkilometern leben 2.362 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Marschteil der Gemeinde gehört zum Breklumer Koog, der um 1520 eingedeicht wurde und im Süden bis nahe an die frühere Mündung der Arlau reicht. Im Osten steigt das Gelände in eine flachwellige Altmoräne der Schleswigschen Geest auf. Der Ortsname taucht im 15. Jahrhundert erstmals auf, seine Herkunft ist weitgehend ungeklärt; möglicherweise steht er zum dänischen bregne für Farnkraut, das auch im Gemeindewappen erscheint. Zum Gemeindegebiet zählen neben dem Hauptort Breklumfeld, Borsbüll, Borsbüllfeld, Riddorf und Riddorffeld.

Die ersten Siedlungsspuren stammen aus der jüngeren Steinzeit, darunter Siedlungsreste, Großsteingräber, Tonscherben und Dolche aus Flint. Grabhügel der Bronzezeit, Urnenfelder der Eisenzeit und Funde aus der Wikingerzeit belegen eine durchgehende Besiedlung. In preußischer Zeit entstand aus dem Kirchspiel eine Kirchspielslandgemeinde mit elf Dorfschaften, die 1934 aufgelöst wurde. Ihren heutigen Umfang erhielt die Landgemeinde am 1. Dezember 1934 durch die Zusammenlegung von Riddorf, Breklum, Borsbüll und dem nördlichen Teil des Breklumer Kooges.

Die Wehrkirche der Nordergoesharde

Der hohe Turm der alten Hauptkirche ist eine weithin sichtbare Landmarke. Der Bau gilt als bemerkenswertes Werk der späten Backsteinromanik im Landesteil Schleswig, kenntlich an profiliertem Sockel, Rundbogenfenstern und Doppelrundbogenfriesen. Weil das Mauerwerk teilweise aus großen Feldsteinen besteht, wird die Kirche als Wehrkirche eingeordnet, in der die Bewohner des Umlandes bei Überfällen Schutz fanden; geweiht war sie vermutlich dem heiligen Olaf. Von der mittelalterlichen Ausstattung haben sich ein Triumphkreuz um 1400, ein Altarkreuz von 1420 bis 1430 und eine 133 Zentimeter hohe Eichenskulptur des heiligen Olaf um 1430 erhalten. Der Altar von 1741 trägt einen dreiteiligen, zweigeschossigen Spätbarockaufbau mit Säulen und Reliefs.

Als Kirchspiel war Breklum ein Zentrum der Nordergoesharde. Im 14. Jahrhundert löste sich Bordelum aus dem Verband, ebenso Drelsdorf, und bis 1530 gehörte auch Bredstedt dazu. Geprägt wurde das Dorf zudem durch die Missionsgesellschaft, die Pastor Christian Jensen hier 1876 gründete. Sie entsandte Missionare und Pastoren vor allem nach Indien, Afrika, China, Papua-Neuguinea und Nordamerika. Der Sitz der Nachfolgeeinrichtung liegt inzwischen in Hamburg, im Ort blieb das Christian Jensen Kolleg als Tagungs- und Bildungszentrum.

Die Wirtschaft ist mittelständisch geprägt, die Wohnnutzung hat die Landwirtschaft an Bedeutung überholt. Im Ortsteil Riddorf betreibt die DIAKO Nordfriesland eine Fachklinik für Psychiatrie und psychosomatische Erkrankungen, deren Einzugsbereich über den Kreis hinausreicht. Bundesstraße 5 und Marschbahn durchqueren den Ort nahezu parallel, einen eigenen Bahnhof hat Breklum nie besessen; eine östliche Ortsumgehung ist planfestgestellt. Zu den Namen, die mit dem Ort verbunden sind, zählt Nikolaus Outzen, von 1787 bis 1826 Pastor hier sowie Geschichtsschreiber und friesischer Sprachforscher.

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Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zum Bau der Kirche gibt es leicht abweichende Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt das 13. Jahrhundert, die Wikipedia das Jahr um 1200. Die erste urkundliche Nennung des Ortes ist nur im Archiveintrag datiert und erscheint hier deshalb allein als Jahrhundert. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Breklum (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Breklum
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Schleswig-Holstein Topographie, HN 27. 4. 2002.