Joldelund

Friesisch: Jåålönj · Dänisch: Joljlunj

Joldelund ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf der Schleswiger Vorgeest rund zwölf Kilometer nordöstlich von Bredstedt. Auf 19,12 Quadratkilometern leben 820 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ortsname deutet auf ein Gehölz bei einer Erhöhung. Dazu passen die Waldstücke der Umgebung, die auf eiszeitlichen Dünen liegen und im Volksmund Schweiz oder Tirol heißen. Urkundlich greifbar ist der Ort seit dem 15. Jahrhundert. Im westlichen Gemeindegebiet erhebt sich der Kammberg, am Südrand fließt die Ostenau, ein Zufluss der Arlau.

In der Eisenzeit wurde hier Eisen aus Raseneisenstein gewonnen; einige Schmelzöfen sind erhalten und zugänglich. Ältere Funde reichen bis in die Mittelsteinzeit zurück, dazu kommen Klingen und Flintbeile der Jungsteinzeit sowie Grabhügel späterer Epochen. Die Feldsteinkirche entstand um 1200 und trägt den Namen des Pariser Bischofs Dionysius. Ein spätgotischer Kastenchor und ein Glockenhaus kamen später hinzu, Schiff und Chor liegen unter einer Holzbalkendecke. Zur Ausstattung gehören eine zylindrische Granittaufe aus dem Mittelalter, eine dreiseitige Korbkanzel und Gestühl des 17. Jahrhunderts mit zwei geschnitzten Wangen von 1610.

Mühle und Windschutz

Wahrzeichen des Dorfes ist die Mühle von 1771, ein sogenannter Kellerholländer. Sie war eine privilegierte Eigentumsmühle und unterlag damit nicht dem Mühlenzwang. Gegen die starken Sandverwehungen der Geest legte man nach dem Zweiten Weltkrieg auf rund 200 Kilometern Windschutzwälle mit Nadel- und Laubgehölzen an. Zum Kirchspiel gehörten früher auch Goldebek, Goldelund und Kolkerheide; aus der Kirchspielslandgemeinde wurden 1934 eigenständige Gemeinden. Mit denselben Nachbarn betreibt Joldelund seit 2009 den Bürgerwindpark Veer Dörper.

Neben dem Hauptort liegen die Ortsteile Joldelundfeld und Süderland im Gemeindegebiet. Die Landwirtschaft prägt die Flur, dazu kommen eine Biobäckerei, eine Zweigpraxis, eine Bankfiliale und die Außenstelle einer Grundschule. Abseits der Bundesstraßen führt die Landesstraße 281 durch die Dorflage und weiter nach Löwenstedt. Seit August 2019 hält hier eine Regionalbuslinie zwischen Flensburg und Bredstedt, und der Ort dient als Umstiegspunkt für den Kleinbusverkehr der Nachbargemeinden.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Joldelund (Archivfassung 2010)
  2. Wikipedia: Joldelund
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Schleswig-Holstein Topographie, HN 3.12.2004.