Kolkerheide

Friesisch: Kolkerhii · Dänisch: Kåldtjer'hie

Kolkerheide ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf der Schleswiger Vorgeest zwischen Bredstedt und Löwenstedt. Auf 2,10 Quadratkilometern leben 58 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Name bedeutet Heide von Koldkær und geht auf einen Flurnamen zurück: kalter Bruch oder kaltes Kratt. Denkbar ist auch eine Herleitung von altnordisch kol für Kohle, was auf eine frühere Gewinnung hindeuten würde. Erstmals dokumentiert ist der Name 1499, als König Johann von Dänemark das Land an Bewohner von Joldelund verpachtete. Zur ersten Deutung passt die Lage: das Dorf liegt zwischen den Naturschutzgebieten Löwenstedter Sandberge und Eichkratt Schirlbusch bei Drelsdorf.

Die achtzehnte Kolonie

Im 18. Jahrhundert begann die Urbarmachung der Heide. Dafür warb die Landesherrschaft hessische Kolonisten an, die im Amt Bredstedt zahlreiche Siedlungen gründeten. Kolkerheide war die achtzehnte dieser Kolonien und hieß zunächst Christians-Höhe. Die fünf ursprünglichen Kolonistenstellen bestehen weiter und tragen die Namen von Rittern und Amtmännern: Buchwalden-Hof, Osten-Hof, Raben-Hof, Rantzauen-Hof und Rumohrs-Hof.

Von 1928 bis in den Zweiten Weltkrieg verband eine Bahnstrecke die Dörfer zwischen Bredstedt und Löwenstedt. Der von dieser Kultivierungsbahn erhoffte Aufschwung blieb aus; 1942 wurde sie stillgelegt und das Material an die Ostfront gebracht. Heute erschließt die Landesstraße 281 zwischen Haselund und Goldebek das Dorf. Kirchlich gehört Kolkerheide zum Kirchspiel Joldelund; aus dessen Kirchspielslandgemeinde wurde der Ort 1934 eine eigenständige Gemeinde.

Lange lag die Einwohnerzahl so niedrig, dass keine Gemeindevertretung gewählt wurde und alle Wahlberechtigten in der Gemeindeversammlung mitbestimmten. 2023 fand erstmals wieder eine Wahl statt. Das Gemeindegebiet wird fast vollständig landwirtschaftlich genutzt, Gewerbebetriebe gibt es nicht. Ein Reiterhof bietet auch therapeutisches Reiten an. Das Vereinsleben läuft eng mit Joldelund zusammen.

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Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Die Wikipedia begründet die Gemeindewahl von 2023 damit, dass die Einwohnerzahl die Schwelle von siebzig überschritten habe. Das Gemeindeverzeichnis weist zum Stichtag Ende 2025 einen deutlich niedrigeren Wert aus. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Kolkerheide (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Kolkerheide
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Schleswig-Holstein Topographie, HN 11.3.2005.