Karrharde

Die Karrharde ist eine Landschaft und frühere Verwaltungseinheit im Nordosten des Kreises Nordfriesland, auf der Geest zwischen den Uthlanden und dem Umland von Flensburg.

Der Name wird auf ein dänisches Wort für Buschwerk, Bruch oder Sumpf zurückgeführt, gemeint ist also eine Harde mit buschbewachsenem Gelände. Schon im wikingerzeitlichen Dänemark bestand sie als Harde und gehörte zum Ellumsyssel. Ihre Tingstätte, also der Versammlungs- und Gerichtsplatz, lag in Leck, das als Marktflecken auch sonst der Hauptort war. Ein Bildsiegel von 1359 zeigt fünf Bäume und liefert noch dem Wappen des späteren Amtes die Vorlage.

Zur Harde gehörten die Kirchspiele Braderup, Enge, Humptrup, Karlum, Klixbüll, Ladelund, Leck, Stedesand und Süderlügum. Friesen kamen erst im späten 14. Jahrhundert hierher. Wer die Mandränke von 1362 in den Utlanden überlebt hatte, wanderte teils bis an die Ränder der schleswigschen Geest ein. Nahe der dänischen Grenze wird in mehreren Dörfern bis heute Sønderjysk gesprochen.

Als Amt wurde die Karrharde 1966 neu gebildet, zunächst unter dem Namen Süderkarrharde und aus den Gemeinden mehrerer aufgelöster Ämter. Ein Jahr später kam das Amt Ladelund dazu, und die Verwaltung nahm den alten Namen an. Bei der Kreisreform von 1970 ging das Kirchspiel Medelby an den Kreis Flensburg-Land, 1974 verringerte sich die Zahl der Gemeinden durch Zusammenschlüsse auf zehn. Zum 1. Januar 2008 verschmolz das Amt mit Niebüll, Leck und weiteren Ämtern zum Amt Südtondern. Der Verwaltungssitz lag zuletzt in Leck, das selbst nicht zum Amt gehörte.

Zu den Angaben

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Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Karrharde (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Amt Karrharde