Ladelund

Friesisch: Låålönj · Dänisch: Lalunj

Ladelund ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf dem Landrücken der schleswigschen Geest unmittelbar an der Grenze zu Dänemark. Auf 24,09 Quadratkilometern leben 1.425 Einwohner (Stand Ende 2025).

Im Norden bildet die Staatsgrenze den Rand des Gemeindegebiets. Naturräumlich zählt es zur Lecker Geest, also zu den höher gelegenen Sandböden abseits der Marsch. Bis zur Auflösung der alten Verwaltungsbezirke lag das Dorf in der Karrharde. Eine Urkunde von 1352 nennt es als Ladelunt. Der Name verbindet ein altnordisches oder dänisches Wort für Scheune beziehungsweise Holzstapel mit der Endung lund für einen Hain.

Steinwerkzeuge aus der mittleren Steinzeit belegen eine frühe Anwesenheit von Menschen. Aus der Jungsteinzeit stammen Grabhügel, Klingen und Flintbeile. Bei einer Ausgrabung von 1966 kamen neun Hausgrundrisse zum Vorschein, von denen einer in die Bronzezeit gehört, einer in die Völkerwanderungszeit und der Rest in die frühe Eisenzeit. Zeitlich dazu passt ein Urnenfriedhof, den man 1950 auf der Feldmark fand.

Bauerndorf, Kolonisten, Grenzlage

Für 1611 sind 26 Bauernstellen überliefert. Rund 150 Jahre später zogen Siedler aus Württemberg her, um das Ödland jenseits der Dorfflur nutzbar zu machen. Im 19. Jahrhundert steigerte das Mergeln die Erträge der Äcker und Weiden, und aus den Mergelkuhlen entstanden drei Seen. Der größte von ihnen speist sich aus eigenen Quellen und dient heute als Naturbad. Nach der Volksabstimmung von 1920 lag der Ort wirtschaftlich am Rand, 1970 wurde Boverstedt eingemeindet.

Außenlager und Gedenkstätte

1938 richtete der Reichsarbeitsdienst bei Ladelund ein Lager ein. Am 1. November 1944 wurde es zum Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Etwa 2.000 Menschen, die meisten davon Polen und Niederländer, wurden bis Mitte Dezember zum Ausheben von Panzergräben und Schützenstellungen für den Friesenwall gezwungen. Rund 300 von ihnen starben in diesen sechs Wochen. Bereits 1950 entstand eine Gedenkstätte für die Opfer, die älteste in Deutschland, und eine Versöhnungsgeschichte verbindet den Ort seither mit dem niederländischen Putten, aus dem 111 der Toten kamen.

Von der Sankt-Petri-Kirche steht seit einem Neubau von 1883 nur noch wenig alte Substanz. Aus älteren Zeiten stammen ein Kruzifix des 14. Jahrhunderts, ein Taufstein aus romanischer Zeit, ein spätgotischer Altar und eine Kanzel, die 1583 entstand. Neben einer deutschen Grundschule gibt es eine dänische Schule und ein dänisches Internat. Landesstraßen verbinden das Dorf mit Süderlügum, Wallsbüll und Klixbüll, an Fernstraßen liegt es nicht.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Ladelund (Archivfassung 2010)
  2. Wikipedia: Ladelund
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Schleswig-Holstein Topographie, HN 8.4.2005.