Koldenbüttel
Koldenbüttel ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, nördlich und westlich der unteren Treene gegenüber von Friedrichstadt. Auf 25,80 Quadratkilometern leben 914 Einwohner (Stand Ende 2025).
Der Ortsname deutet auf eine ältere Siedlung: Die Endung -büttel steht für Wohnstätte, das Bestimmungswort für kalt im Sinne von erkaltet oder erloschen. Die erste Siedlung wurde zur Zeit der Völkerwanderung verlassen und erst Jahrhunderte später wieder besetzt. Urkundlich erscheint Koldenbüttel 1352. Die St.-Leonhard-Kirche errichteten um 1200 friesische Einwanderer an einer Stelle, an der in vorchristlicher Zeit eine heilige Quelle lag.
Glockenstapel und Haubarge
Neben der Kirche steht ein freistehender Glockenturm aus Holz, ein Glockenstapel. Das verbaute Holz wurde um 1461 gefällt, womit der Turm als ältester seiner Art in Schleswig-Holstein gilt. Von den einst 35 Haubargen im Kirchspiel, den großen quadratischen Bauernhäusern Eiderstedts, ist nur der Riesbüllhof erhalten; der Schütthof brannte im Dezember 2008 ab. Das Diakonat von 1969 trägt den Giebel seines Vorgängerbaus von 1614, und das Pastorat hat seit 1754 seinen Platz in einem Marschbürgerhaus von 1658.
Land am Wasser
Bis zur Abdämmung der Treene 1570 erreichten die Sturmfluten der Nordsee das Gemeindegebiet. Die Flächen im Süden und Westen sind heute eingedeicht und gehören unter anderem zum Büttelkoog, zum Freesen- und zum Schwenkenkoog, der Nordosten zur Herrnhallig. Sein Wasser lief ursprünglich weiter westlich von Friedrichstadt entlang des heutigen Saxfährer Sielzugs zur Eider. Koldenbüttel gilt als östlichste Gemeinde von Eiderstedt.
Verwaltungsgeschichtlich gehörte der Ort ab 1867 zum Kreis Eiderstedt, bildete ab 1889 einen eigenen Amtsbezirk und ab 1948 ein eigenes Amt. Zum Kreis Nordfriesland kam er im April 1970, zunächst im Amt Friedrichstadt, das 2008 aufgelöst wurde. Anfang 1974 trat die Gemeinde ein kleines Gebiet an Friedrichstadt ab.
Viele Einwohner pendeln nach Friedrichstadt, Husum, Tönning oder Heide, denn der Bahnhof Friedrichstadt grenzt unmittelbar an die Dorflage. Der frühere Haltepunkt Büttel an der Strecke von Flensburg nach Tönning wurde nach dem Bau der Marschbahn aufgegeben. Seit 1997 läuft jährlich die Veranstaltungsreihe Koldenbüttler Sommer mit Konzerten und Ausstellungen. Geboren wurde hier die Barockdichterin Anna Ovena Hoyer (1584 bis 1655).
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.