Mildstedt

Mildstedt ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Geesthang südöstlich von Husum über der Südermarsch. Auf 8,71 Quadratkilometern leben 3.981 Einwohner (Stand Ende 2025).

Im Mittelalter war Mildstedt wichtiger als Husum. Der Ort lag an der Grenze zwischen friesischer und jütischer Besiedlung und diente als Handelsplatz der Südergoesharde. Die Kirche St. Lamberti stand bereits vor 1200, während Husum erst 1431 eine eigene Kapelle erhielt. Urkundlich genannt wird Mildstedt 1304.

Schanzen in den Mildstedter Tannen

Im Januar 1713 zog ein schwedisches Heer unter Feldmarschall Magnus Stenbock durch das Herzogtum Schleswig. Seine Soldaten legten in den Mildstedter Tannen Schanzen an, deren Lage die heutige Ostenfelder Landstraße markiert. Ende Januar drängten russische Truppen die Schweden in die Festung Tönning ab. Dort schlossen dänische, russische und sächsische Verbände sie ein und zwangen Stenbock im Mai 1713 zur Kapitulation.

Rosendahl

Der heutige Ortsteil Rosendahl erscheint 1438 noch als Hundeshål. Der Name beschrieb die Geländeform und geht auf die dänischen Wörter für Hund und Schwanz zurück. In der Neuzeit wurde er zu Rosendahl umgedeutet, was Rodungstal bedeutet. Im Februar 1974 kam der Ort zu Mildstedt.

Nach 1866 bildete das Kirchspiel Mildstedt eine Kirchspielslandgemeinde aus neun Dorfschaften, darunter Oldersbek, Rantrum, Rödemis und die Südermarsch. Nordhusum kam 1929 zur Stadt Husum, 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde aufgelöst, und die verbliebenen Dorfschaften wurden eigene Landgemeinden. Osterhusum und Rödemis gingen 1938 ebenfalls an Husum, Ipernstedt kam 1974 zu Rantrum.

Heute wächst die Gemeinde vor allem als Wohnstandort im Umland der Kreisstadt. Im Norden liegt der Naturerlebnisraum Mühlenau und Mildstedter Tannen; der Bach führt sein Wasser durch Husum in den Heverstrom. Ein Guttempler-Museum, das einzige in Deutschland, zeigt die Geschichte des Abstinenzverbandes. Bekannt ist der Ort außerdem für seinen Karneval, den seit 2001 ein eigener Verein ausrichtet. Die Bundesstraße 5 führt als Husumer Umgehung westlich vorbei, die stillgelegte Bahn von Rendsburg nach Husum verlief einst am Nordrand des Dorfes.

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Wikipedia: Mildstedt
  2. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  3. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL