Rantrum

Friesisch: Rånterem

Rantrum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Geestrand über dem Lagedeich, rund sieben Kilometer südöstlich von Husum. Auf 13,69 Quadratkilometern leben 1.971 Einwohner (Stand Ende 2025).

Die Dorflage schließt unmittelbar nordöstlich an den Lagedeich an, der die Grenze zwischen Geest und Marsch markiert. Innerhalb des Ortes fällt das Gelände deutlich ab, von etwa 16 Metern über Normalhöhennull am nordöstlichen Rand auf ungefähr einen Meter am Deich. Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Ipernstedt, Lurup und Rantrum Deich. Urkundlich erscheint Ranthem im Jahr 1381, älter ist der Ort mit Sicherheit; weil die Mildstedter Kirche im 14. Jahrhundert abbrannte, fehlen frühere Belege. Der Name wird als Heim am Rande der Geest gelesen oder auf den Personennamen Rante zurückgeführt, der wiederum zur Meeresgöttin Rán gehört.

Etwa 40 Grabhügel bezeugen eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit, Urnen und weitere Funde mindestens eine Siedlungsstelle der Eisenzeit. 1881 kamen arabische Münzen aus dem 8. oder 9. Jahrhundert zutage, die von den weiten Fahrten der Wikinger zeugen. Ab 1460 wirkten die Rantrumer an der Bedeichung der Südermarsch mit, und bis 1579 war der Meeresarm der Nordereider vollständig zu Land geworden. Damit entstand die Grundlage für die Viehwirtschaft, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ihre Blütezeit hatte.

Chaussee, Bahn und Wasserwerk

Die älteste Erwähnung einer Schule im Ort stammt von 1602, geblieben ist eine Grundschule. 1867 erhielt Rantrum Anschluss an das Straßennetz, 1886 und 1887 entstand die Chaussee von Husum über Schwabstedt nach Seeth. Ab 1910 führte die Eisenbahnstrecke von Husum nach Rendsburg durch den Ort; sie ist inzwischen stillgelegt und abgebaut. Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Mildstedt aufgelöst, damit wurde Rantrum eine eigene Gemeinde. Im Juli 1974 kam Ipernstedt hinzu.

Arbeitsplätze bieten rund dreißig Gewerbebetriebe und das Wasserwerk, das ganz Eiderstedt sowie die Südermarsch, Simonsberg und Teile von Friedrichstadt mit Trinkwasser versorgt. Viele Bürger halten Anteile an zwei Bürgerwindparks. Bank, Bäcker, Kaufmann, Arzt, Gaststätte und Kindergarten sichern die Grundversorgung, seit 2002 trägt die Gemeinde das Prädikat Erholungsort. Etwa 40 Vereine und Verbände tragen das Gemeinschaftsleben; freiwillige Helfer bauten in über 8.000 Arbeitsstunden eine Reit- und Mehrzweckhalle. Nach dem Landessieg im Dorfwettbewerb folgte die Silbermedaille auf Bundesebene, 2015 gewann Rantrum den Landeswettbewerb Dieses Dorf hat Zukunft.

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Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zwei Jahresangaben widersprechen sich: die Verselbstständigung der Südermarsch datiert die frühere Nordfriesland-Datenbank auf 1937, die Wikipedia auf den 1. April 1934. Den Landessieg im Dorfwettbewerb nennt das Archiv für 2000, die Wikipedia für 2001. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Rantrum (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Rantrum
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL