Nieblum

Nieblum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, an der Südküste von Föhr, etwa auf halber Strecke zwischen West- und Ostseite der Insel. Auf 7,86 Quadratkilometern leben 553 Einwohner (Stand Ende 2025).

Weithin sichtbar steht in Nieblum die Kirche St. Johannis aus dem 13. Jahrhundert, die größte der drei Inselkirchen und im Volksmund Friesendom genannt. Der Friedhof um sie herum steht unter Denkmalschutz und ist für seine sprechenden Grabsteine bekannt. Viele der alten Friesenhäuser im Ort gehörten Kapitänen, die ihr Vermögen zur See verdienten, oft auf holländischen Walfangschiffen. Wie gefährlich diese Arbeit war, lassen die Grabsteine erkennen.

Politisch war das Dorf lange geteilt. Der südliche Teil von Nieblum und das benachbarte Goting zählten zur Harde Westerland Föhr, einer königlichen Enklave Dänemarks, die bis 1864 bestand. Der nördliche Teil dagegen gehörte zu Osterland Föhr und damit zum Herzogtum Schleswig. Goting war bis 1970 eine eigene Gemeinde und wurde dann eingegliedert.

Der Badestrand reicht vom Südstrand von Wyk bis nach Goting, das etwas weiter westlich auf dem Geeststreifen der Insel liegt. Dort bricht die Küste als mehrere Meter hohes Gotingkliff ab. Das Wasser vor Nieblum und Goting ist flach, sodass bei Niedrigwasser weite Teile der Wattfläche Nordmannsgrund trockenfallen. Als dritter Ortsteil gehört Greveling im Südosten zum Gemeindegebiet, nahe dem Flugplatz von Wyk.

Schon im 18. Jahrhundert wurde Nieblum als besonders schöner Ort beschrieben, 1979 wählte man das Dorf zum schönsten der Bundesrepublik. Zum Bild gehören reetgedeckte Friesenhäuser, Kopfsteinpflaster und viele Laubbäume. Südlich des Ortes steht der Leuchtturm Nieblum. Aus der Gemeinde stammen unter anderem Peter Matthiessen (1720 bis 1812), der Bürgermeister von Kopenhagen wurde, und der Kapitän Jens Jacob Eschels (1757 bis 1842), dessen Autobiografie bekannt geworden ist.

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Wikipedia: Nieblum
  2. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  3. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL