Seeth

Seeth ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Rand der Geest-Halbinsel Stapelholm östlich von Friedrichstadt. Auf 13,76 Quadratkilometern leben 2.412 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ortsname bedeutet Sitz und bezeichnet eine Niederlassung. Die erste urkundliche Nennung wird je nach Quelle ins 13. oder ins 15. Jahrhundert gesetzt. Seeth ist die Nachfolgesiedlung eines Dorfes in der Eider-Treene-Niederung, das eine Sturmflut im 14. Jahrhundert zerstörte. Die Dorflage liegt auf dem Geestkern, der sich bis hierher erstreckt; westlich davon fällt das Land um bis zu sechs Meter in die Treeneniederung ab. Im 15. Jahrhundert begann mit Bedeichungen die Rückgewinnung des verlorenen Landes.

Drei Haustypen an einem Ort

In Seeth treffen die drei wichtigsten Hausformen Schleswig-Holsteins zusammen: das norddeutsche Fachhallenhaus, das jütische Querdielen- oder Geesthardenhaus und der Haubarg als Weiterentwicklung des Gulfhauses. Der östlichste Haubarg Deutschlands steht hier und stammt aus dem Jahr 1825. Das Haus Stamp ist mit 30 Metern Länge ein großer Vertreter der Querdielenhäuser. Das Fachhallenhaus des früheren Cafés Mnich gilt mit dem Baujahr 1513 als eines der ältesten in Norddeutschland. Mehr als 50 Reetdachhäuser prägen das Ortsbild.

Im Ort hängt die älteste Bauernglocke der Landschaft, gestiftet laut Inschrift von Hans Volkerts im Jahr 1687. Solche Glocken riefen die Bauerschaft zur Versammlung und sind für Stapelholm kennzeichnend; das Gemeindewappen zeigt eine von ihnen zwischen zwei Fachhallenhäusern. Ein Privatmuseum im Ellinghaus sammelt landwirtschaftliche Geräte und Maschinen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts zählte das Dorf rund 400 Menschen.

Mit dem Übergang der Herzogtümer an Preußen gehörte Seeth zum Kreis Schleswig, bei der Kreisreform 1970 kam es zum Kreis Nordfriesland. Die Stapelholmer Kaserne einige Kilometer außerhalb war Heimat von Lazarett- und Marineverbänden und wurde im Sommer 2015 geschlossen. Unmittelbar danach richtete das Land auf dem Gelände eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber ein. Zum Gemeindegebiet gehören außerdem der Tadjebüller Koog, der Mildterkoog, der Gehrlandskoog und der Norderfelder Koog.

Das Naturschutzgebiet Ostermoor liegt ebenfalls im Gemeindegebiet. Seeth galt einst als Storchendorf und hat das älteste Storchennest Nordfrieslands mit dem höchsten Bruterfolg im Kreis. Früher brüteten mindestens sieben Paare auf Reetdächern, Schornsteinen und Masten. Seit 1990 ist nur noch ein Nest auf einem Betonmast in der Westerstraße jährlich besetzt. Die Bundesstraße 202 durchzieht den Ort, einen Bahnhof gibt es nicht; Züge halten in Friedrichstadt.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten urkundlichen Nennung gibt es zwei Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt das 15. Jahrhundert, die Wikipedia das Jahr 1260. Die amtliche Einwohnerzahl liegt weit über den Werten, die die alte Datenbank nannte; im Gemeindegebiet besteht eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Seeth (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Seeth
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL