Sankt Peter-Ording

Sankt Peter-Ording ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, im äußersten Westen der Halbinsel Eiderstedt. Auf 28,35 Quadratkilometern leben 3.749 Einwohner (Stand Ende 2025).

Den Strand vor Sankt Peter-Ording hat das Meer selbst geliefert: Zwei Sandbänke, Hitzsand und Hochsichtsand, landeten an der Küste an. Heute reicht er über etwa zwölf Kilometer Länge und bei Niedrigwasser bis zu zwei Kilometer in die Breite. Landwärts schließt sich ein Dünengürtel an, ein zweiter zieht sich binnendeichs hin. Ab 1826 wurde er auf Anweisung des dänischen Königs bewaldet, um den Sandflug zu bremsen. Dort liegt mit Maleens Knoll auch die höchste natürliche Erhebung der Gemeinde.

Drei Dörfer, ein Name

Der Ort setzt sich aus mehreren früher getrennten Siedlungen zusammen. Das Dorf Sankt Peter hieß zuerst Ulstrup und übernahm den Namen seiner Kirche, nachdem Versandung viel Land gekostet hatte; urkundlich erscheint der Kirchenname im 14. Jahrhundert. Ording wird 1445 als Urden genannt, ein Wort, das auf das altfriesische Wort für Wurt zurückgeht. Süderhöft und Böhl gaben ihre Eigenständigkeit nach der Sturmflut von 1553 auf. Erst 1967 schlossen sich Sankt Peter und Ording zu einer Gemeinde zusammen.

Armenhaus der Dreilande

Lange galt der Westen der Dreilande von Eiderstedt als Armenhaus. Ackerland versandete oder versalzte, ein Hafen ließ sich wegen der Verwehungen nicht anlegen, und Ording verlor rund 200 Hektar Land. Sogenannte Hitzlöper suchten auf den Sandbänken und in den Prielen nach Bernstein, fingen Krabben und Plattfische und sammelten Strandgut. Die Wanderdünen zwangen die Ordinger zweimal, ihre Kirche aufzugeben. Erst mit der Viehwirtschaft des 16. Jahrhunderts kam ein bescheidener Wohlstand auf.

Vom ersten Hotel zum Heilbad

1872 zahlten in Ording die ersten Gäste für eine Übernachtung. Als Gründungsjahr des Seebades gilt 1877, in dem in den Dünen des heutigen Ortsteils Bad das erste Hotel entstand. Ein Pfahlbau am Strand kam 1911 hinzu, die erste Seebrücke 1926, der Bahnanschluss über Garding im Jahr 1932. Nach dem Fund einer starken Jodsolequelle 1953 folgte 1958 die Anerkennung als Nordseeheil- und Schwefelbad. Das Eidersperrwerk verbesserte 1973 die Straßenverbindung nach Süden.

Wahrzeichen sind die Pfahlbauten auf dem Strand und der Leuchtturm im Ortsteil Böhl. Vor dem Deich hat sich eine Salzwiese entwickelt, die weder beweidet noch entwässert wird und deshalb ökologisch besonders wertvoll ist. Zum Gemeindegebiet gehört ein Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Die Kirche Sankt Peter im Ortsteil Dorf zeigt spätromanische und spätgotische Bauteile, Sankt Nikolai in Ording stammt aus dem 18. Jahrhundert. Museen zur Landschaft Eiderstedt, zum Bernstein und zum Wattenmeer ergänzen das Angebot des Bades.

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Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten Nennung des Namens Sankt Peter gibt es zwei Angaben: die Wikipedia nennt eine Urkunde von 1373, die frühere Nordfriesland-Datenbank die Jahre 1438 und 1445. Für die Kirche Sankt Nikolai in Ording nennt die Wikipedia das Baujahr 1772, die alte Datenbank 1724. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Sankt Peter-Ording (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Sankt Peter-Ording
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL