Tetenbüll
Tetenbüll ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, im Norden der Halbinsel Eiderstedt, etwa vier Kilometer nordöstlich von Garding. Auf 36,42 Quadratkilometern leben 560 Einwohner (Stand Ende 2025).
Der Ortsname wird als Siedlung des Tede gedeutet, urkundlich erscheint er erstmals im 13. Jahrhundert. Erste Siedler lebten um Christi Geburt auf dem Sandwall, der sich von Garding nach Katharinenheerd zieht. Die Marschen und Watten der Landschaft Everschop nahmen sie erst rund tausend Jahre danach in Nutzung. Die Sturmflut von 1362 kostete einen großen Teil des nutzbaren Landes.
Die Köge des heutigen Gemeindegebiets sind jünger. Am Ende des 14. Jahrhunderts wurden der Tetenbüller Kirchenkoog und der Osterkoog landfest, um 1400 folgten Marschkoog und Reinsbüllkoog. Später kamen der Trockenkoog von 1475, der Adenbüller Koog von 1529, der Altneukoog von 1559, der Sieversflether Koog von 1610 und der Wasserkoog von 1617 hinzu. Der östliche Teil des 1937 bedeichten Norderheverkooges gehört ebenfalls zur Gemeinde.
Flut, Brand, Bomben
Dreimal traf es das Dorf schwer. Bei der Flut von 1634 gingen zahlreiche Gebäude und fast 2.500 Stück Vieh verloren. Ein Feuer zerstörte 1762 alle 27 Häuser des Ortes. Als 1943 britische Flugzeuge auf dem Heimweg ihre verbliebene Last über Eiderstedt abwarfen, brannten 24 der damals 28 Häuser.
Sankt Anna und die Haubarge
Die Backsteinkirche entstand um 1400, nachdem der Kirchenkoog bedeicht war. Ihr spätgotischer Turm wurde 1491 gebaut, der Chor ist gotisch, das Schiff später verändert. Im Innenraum stehen ein dreiteiliger Schnitzaltar sowie eine 1575 gearbeitete Kanzel, dazu kommt eine Gruft von 1776. Die Holzbalkendecke trägt eine Malerei des 18. Jahrhunderts, und die 1612 eingebaute Empore zeigt in dreißig Bildern Geschichten aus dem Alten Testament. Weil das Gebäude einzustürzen drohte, erhielt es 2004 ein Stützkorsett aus Beton.
Elf Haubarge prägen das Gemeindebild, also große Eiderstedter Bauernhäuser mit einem Ständergerüst unter einem mächtigen Dach. Der Staatshof im Osterkoog stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert und ist wiederhergestellt. Das Hökereimuseum Haus Peters bewahrt einen Kolonialwarenladen, dessen Einrichtung aus dem beginnenden 19. Jahrhundert stammt. Eine gemeinsame Grundschule ersetzte 1966 die Zwergschulen der Streusiedlungen. Aus Tetenbüll stammt der Philosoph Johannes Nikolaus Tetens.
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten Kapelle gibt es zwei Angaben: die Wikipedia nennt das Jahr 1113, die frühere Nordfriesland-Datenbank das 13. Jahrhundert. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.