Garding
Garding ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf einem Sandkern in der Mitte der Halbinsel Eiderstedt. Auf 3,06 Quadratkilometern leben 2.882 Einwohner (Stand Ende 2025).
Auf einer natürlichen Anhöhe mitten in der Marsch steht die Kirche Sankt Christian, um die sich die Altstadt sternförmig gruppiert. Mit neun Metern über dem Meer ist diese Stelle der höchste Punkt des Stadtgebiets. Die Kirche entstand im frühen 12. Jahrhundert, der Ort selbst wird 1187 in einer Urkunde des Erzbischofs von Lund genannt. Der Name bezeichnet ein eingefriedigtes Stück Land, einen Hof oder Hofraum.
Vorort Everschops, dann Stadt
Lange war Garding der Zentralort der Landschaft Everschop. 1466 bestätigte hier ein Thing der drei Harden das Eiderstedter Landrecht. Das Recht auf einen Wochenmarkt verlieh Herzog Adolf von Gottorf im Jahr 1575; der Markt findet bis heute dienstags statt. Das Stadtrecht folgte 1590 von Herzog Johann Adolf, wobei das umliegende Land als Kirchspiel Garding abgetrennt wurde. Diese Gemeinde umschließt das Stadtgebiet noch heute vollständig.
Hafen, Bahn, Verwaltung
Über Jahrhunderte war die Süder-Bootfahrt von 1612 die wichtigste Verkehrsader, ein Kanal nach Katingsiel an der Eider. Über die Häfen Katingsiel und Tönning liefen Handelsverbindungen bis nach England. Eine Straße nach Tönning entstand 1849, die Bahnstrecke aus Husum erreichte den Ort 1892. Den eigenen Hafen ließ die Stadt 1912 zuschütten. Von 1867 bis 1959 saß in Garding ein Amtsgericht, seit 2006 gehört die Stadt zum Amt Eiderstedt.
Im Zentrum steht das Stallerhaus, 1825 als Amts- und Wohnsitz für den letzten Staller Johann G. Ingwersen gebaut und später Rathaus. Seit 2005 dient es als Kulturzentrum, unter anderem dem Heimatbund Landschaft Eiderstedt. Der Historiker Theodor Mommsen wurde 1817 in Garding geboren und 1895 Ehrenbürger der Stadt; das Gemeindehaus zeigt eine Dauerausstellung zu ihm. Nach ihm ist auch die Schule des Ortes benannt. Die meisten Arbeitsplätze bieten die Kirche und ihre Kreisverwaltung.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Für den Bau der Kirche Sankt Christian nennt die frühere Nordfriesland-Datenbank das Jahr 1117, die Wikipedia eine Kirchgründung im Jahr 1109. Deshalb steht hier nur das Jahrhundert. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Schleswig-Holstein Topographie, HN 8.8.2003.