Berthold Bahnsen

Berthold Bahnsen, geboren 1913 in Lindholm, gestorben 1971, war Politiker und Sparkassenleiter.

Bahnsen stammte aus der friesischen Minderheit in Schleswig-Holstein. Nach der Schule machte er eine Lehre bei Banken in Flensburg und Schleswig. Den Kriegsdienst leistete er unter anderem in Norwegen. Eine Studie von Danker und Lehmann-Himmel über das Verhalten schleswig-holsteinischer Abgeordneter und Regierungsmitglieder während der NS-Zeit ordnet ihn als angepasst-ambivalent ein. Ab 1946 führte er die Sparkassenfiliale in Leck.

Politischer Weg

Politisch ging er zur prodänischen Bewegung und saß zunächst im Gemeinderat seines Wohnorts. Zu den Gründern des Südschleswigschen Wählerverbandes gehörte er 1948. Ein Jahr später entsandte ihn der Landtag in die erste Bundesversammlung; sie wählte am 12. September Theodor Heuss zum Bundespräsidenten. Fachlich lag sein Schwerpunkt bei Wirtschaft und Finanzen. Von 1962 bis zu seinem Tod war er der einzige Abgeordnete seiner Partei und galt deshalb eine Zeit lang als deren Personifizierung.

Der Ausschlag für den Kreis Nordfriesland

Bei der Neuordnung der Kreise fiel ihm die entscheidende Stimme zu. Aus 17 Kreisen sollten 12 werden, doch die Koalition von Ministerpräsident Helmut Lemke verlor durch Abweichler ihre Mehrheit. Für Bahnsen zählte, dass seine Heimatregion zum ersten Mal in einem gemeinsamen Kreis zusammenkam, und so gab er seine Stimme dafür. Das Gesetz kam mit einer Stimme Mehrheit zustande. Gegner meinten damals, er hätte sich enthalten sollen, damit nicht der Eindruck entstehe, die Reform sei eine Neuordnung von Dänemarks Gnaden.

Als er nach einem Herzinfarkt starb, war er der dienstälteste Abgeordnete des Landtags. Seine Auffassung vertrat er mit Entschiedenheit, nahm kontroversen Debatten aber häufig mit launigen Bemerkungen die Schärfe. Damit trug er dazu bei, dass die deutsch-dänische Rivalität in der Region an Bedeutung verlor. Eine minderheitenpolitische Biografie über ihn als Vertreter der friesischen Volksgruppe erschien 2015 im Verlag des Nordfriisk Instituut.

Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Als Sterbeort nennt die Wikipedia Flensburg, die frühere Nordfriesland-Datenbank nannte keinen Ort. Die entscheidende Abstimmung über die Kreisreform datiert das Archiv auf 1970, die Wikipedia auf den Herbst 1969. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Bahnsen, Berthold (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Berthold Bahnsen