Kreis Nordfriesland
Kreis Nordfriesland ist der nördlichste Landkreis Deutschlands und entstand 1970 aus den Kreisen Südtondern, Husum und Eiderstedt.
Das Kreisgebiet misst von der Grenze zu Dänemark bis an die Eider 90 Kilometer und von der Küste bis zur hohen Geest im Osten 58 Kilometer. Die Grenzen folgen auf dem Festland weitgehend Flussläufen: im Norden Wiedau und Süderau, im Osten etwa die Treene, im Süden die Eider. Zum Kreis gehören die Inseln Sylt, Föhr, Amrum und Pellworm, die Halbinsel Nordstrand und zehn Halligen. Bis auf Helgoland liegen damit alle Gebiete mit friesischer Besiedlung in einer Verwaltungseinheit.
Wie der Kreis entstand
Über einen eigenen nordfriesischen Kreis war schon in den 1920er Jahren diskutiert worden, damals im Nordfriesischen Verein für Heimatkunde und Heimatliebe. Ein Gutachten von 1968 schlug vor, aus den drei Kreisen Eiderstedt, Husum und Südtondern einen Großkreis zu machen. Zugestimmt hat vor allem der Kreis Husum, der die Kreisstadt behalten sollte; in Südtondern stimmte der Kreistag dagegen, und eine Bürgeraktion wollte die Eigenständigkeit erhalten. Im Landtag fiel die Entscheidung mit einer Stimme Mehrheit, abgegeben vom nordfriesischen Abgeordneten des SSW.
Am 26. April 1970 wurden die drei Kreise zusammengelegt, dazu kamen Friedrichstadt und die Stapelholmer Gemeinden Drage und Seeth aus dem Kreis Schleswig. Sechs Gemeinden des Altkreises Südtondern gingen umgekehrt an den Nachbarkreis Schleswig-Flensburg. Aus freiem Entschluss der Nordfriesen ist die Kreisbildung also nicht hervorgegangen. Das Verwaltungsgebäude entstand auf einem Teil des Geländes, auf dem vorher der Husumer Viehmarkt stattgefunden hatte.
Landschaft und Sprachen
Geologisch teilt sich der Kreis in Marsch und Geest, das Wattenmeer gilt trotz seiner Ausdehnung nicht als eigener Naturraum. Die Geestkerninseln Sylt, Föhr und Amrum ruhen auf eiszeitlichen Kernen, Pellworm, Nordstrand und die Halligen bestehen allein aus Marsch. Höchste Erhebungen sind der Sandesberg bei Ostenfeld mit 54 Metern und die Uwe-Düne auf Sylt mit 52,5 Metern. Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer umfasst insgesamt 441.000 Hektar, davon 176.290 Hektar im Kreis; dazu kommen 33 Naturschutzgebiete mit gut 9 Prozent der Landfläche.
Fünf Sprachen und Mundarten sind hier überliefert: Deutsch, Plattdeutsch, Dänisch, Südjütisch und Nordfriesisch. Damit gilt Nordfriesland als sprachenreichster Kreis Deutschlands, und neben den Friesen lebt hier die dänische Minderheit der Südschleswiger. Landwirtschaftlich geprägt ist die Gegend weiterhin, doch die größte Wertschöpfung kommt aus dem Dienstleistungsbereich, besonders auf Sylt.
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Zu den Angaben
Das Kreisgebiet deckt sich nicht mit der Landschaft Nordfriesland. Diese bildet das Siedlungsgebiet der Friesen ab, ist etwa ein Drittel kleiner und rechnet Helgoland mit, das politisch zum Kreis Pinneberg gehört. Die Einwohnerzahl der Archivfassung von 2009 ist hier nicht übernommen, aktuelle Zahlen stehen bei den Gemeinden. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.