Carl Ludwig Jessen

Carl Ludwig Jessen war ein Maler aus Nordfriesland. Bekannt wurde er als Friesenmaler, weil er das Wohnen und Arbeiten der Küstenbevölkerung genau festhielt.

Der Weg zur Malerei war ein Umweg. Jessen wuchs als Sohn eines Tischlers auf, brach die Tischlerlehre ab und arbeitete zunächst als Stubenmaler, bevor er auf eigene Faust Porträts malte. 1855 bemerkte die Gräfin von Schackenborg in Mögeltondern seine Begabung und zahlte ihm aus eigenen Mitteln ein Stipendium. So konnte er von Oktober 1856 an bei Vilhelm Marstrand an der Akademie in Kopenhagen studieren.

Rückkehr an die Westküste

Nach der dänischen Niederlage im Krieg von 1864 kam Jessen 1865 in sein Elternhaus zurück. Ein preußisches Stipendium führte ihn 1867 nach Paris und Italien, doch im Werk schlug die Reise sich kaum nieder, und wirtschaftlicher Erfolg blieb aus. Nach Jahren in Klockries und in Hamburg, wo Auftragsporträts das Geld brachten, kehrte er 1875 endgültig in das geerbte Elternhaus zurück. Den Durchbruch brachte 1876 der Ankauf des Bildes Friesisches Thinggericht durch den Schleswig-Holsteinischen Kunstverein; es hängt heute in der Kunsthalle zu Kiel.

Ein Leben, das schon vergangen war

Von da an hielt Jessen an seiner erlernten Malweise fest und nahm die Stilwechsel der Kunst nicht mehr zur Kenntnis. Seine Aufgabe sah er darin, das friesische Leben genau zu überliefern, und malte Stuben, Küchen und den Pesel bis ins Detail. Dieses Leben war zu seiner Zeit allerdings schon im Untergehen. Die Bilder sind größtenteils gestellt, sie täuschen eine Gegenwart vor, die es nicht mehr gab. Als Bildquelle zur Sachkultur bleiben sie trotzdem wertvoll.

Die Universität Kiel machte ihn 1910 zum Ehrenprofessor. Den Ruf als Friesenmaler begründete endgültig eine Mappe mit 24 farbigen Kunstdrucken, die der Maler und Schriftsteller Benedikt Momme Nissen noch zu Jessens Lebzeiten herausgab. Werke hängen unter anderem im Nordsee Museum Nissenhaus in Husum, im Museumsberg Flensburg, in der Kunsthalle zu Kiel, im Kunstmuseum Tondern und im Friesischen Museum Niebüll-Deezbüll. Eine eigene Ausstellung blieb ihm zu Lebzeiten versagt, erst 1917 zeigte das Flensburger Museum den Nachlass.

Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der Wikipedia. Die frühere Nordfriesland-Datenbank hatte für Carl Ludwig Jessen keine eigene Seite, sondern verwies nur auf ihn. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Wikipedia: Carl Ludwig Jessen