Boy Lornsen

Boy Lornsen, geboren 1922 in Keitum, gestorben 1995 in Keitum, war Steinbildhauer und Schriftsteller.

Aufgewachsen ist Lornsen in Brunsbüttel, wo die Familie viele Jahre wohnte. Nach dem Abitur 1941 war er bis 1945 als Flieger und Funker im Krieg. Danach lernte er in einer Umschulung das Zimmererhandwerk, studierte an der Landeskunstschule Hannover Freie Plastik und bestand 1951 die Meisterprüfung als Steinbildhauer. In Brunsbüttel führte er anschließend einen eigenen Betrieb.

Robbi, Tobbi und Nis Puk

1967 nahm er die schriftstellerische Arbeit auf, und das erste Kinderbuch wurde sein größter Erfolg: "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" stand 1968 auf der Auswahlliste für den Deutschen Jugendbuchpreis, 1972 verfilmte der WDR es als Puppenspielserie, 2016 folgte ein Kinofilm. Es blieb nicht das einzige Buch. Rund 30 weitere entstanden, darunter der Störtebeker-Roman "Gottes Freund und aller Welt Feind" von 1980 und die Bücher um Nis Puk. Eine Reihe von Brandstiftungen in Keitum verarbeitete er zu der Kriminalgeschichte "Feuer um Mitternacht". Historische Stoffe wollte er jungen Lesern ohne Pathos und ohne Verklärung nahebringen.

Auf etwa 3.000 Lesereisen trat er in Buchhandlungen und Schulen auf, las vor und zeichnete. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, unter anderem ins Griechische, Japanische und Norwegische; einige erschienen auf Friesisch, drei schrieb er auf Niederdeutsch. Seit 1981 gehörte er dem deutschen PEN an.

Zurück auf Sylt

1980 zog Lornsen mit seiner Familie in das Keitumer Haus der Großeltern. Von dort spottete er in Versen und mit Humor über die Verhältnisse auf Sylt, und die bedrohte Natur der Insel wurde ihm zum wichtigen Thema. Den Inselschulen widmete er 1985 das Musical "Ein Herz für Sylt", bei dessen Uraufführung 200 Kinder mitwirkten. Als letztes Buch erschien 1994 "Jesus vun Nazareth. Een Stremel Weltgeschicht".

Das Sylter Heimatmuseum zeigte 1998 eine große Retrospektive, das Sylt Museum 2022 zum 100. Geburtstag eine Sonderausstellung. Die Grundschule in Keitum trug ab 2002 seinen Namen; nach der Schließung übernahm ihn die Grundschule in Tinnum. Weitere Schulen in Schaalby und Brunsbüttel sind ebenfalls nach ihm benannt, dazu eine Straße in Brunsbüttel.

Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Zum Beruf des Vaters nennen die Quellen Verschiedenes, Lotse am Nord-Ostsee-Kanal oder Kapitän. Auch das Ende der Bildhauerwerkstatt wird verschieden angegeben, 1966 oder erst in den frühen 1970er Jahren; das plattdeutsche Buch "Sien Schöpfung un wat achterno keem" erschien 1991 oder 1993. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Lornsen, Boy (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Boy Lornsen