Niederdeutsch
Das Niederdeutsche, im Alltag Plattdeutsch genannt, ist neben Friesisch, Hochdeutsch und Dänisch eine der Sprachen Nordfrieslands.
Vier Sprachen treffen in Nordfriesland aufeinander, und das Niederdeutsche liegt geografisch wie sprachlich zwischen ihnen. Aus dem Süden vorgedrungen, wurde es nach der Reformation zur Sprache von Kirche, Schule, Gericht und Verwaltung, bevor es dort vom Hochdeutschen abgelöst wurde. Auf das Nordfriesische hat es sichtbare Spuren hinterlassen, denn nach dem frühen Einfluss des Altdänischen überwogen später die Einwirkungen des Nieder- und des Hochdeutschen.
In den Ortsnamen lässt sich das Mittelniederdeutsche nachlesen. Fresendelf setzt sich aus vrese für Friese und delf für Graben zusammen, der Name der Hallig Gröde gehört zu grove für wachsen, und Welt geht wahrscheinlich auf niederdeutsch Welle für Quelle zurück. Das friesische Sprachgebiet im Westen des Kreises wurde über die Jahrhunderte von Süden her eingeengt.
Als Literatursprache ist Platt in Nordfriesland lebendig geblieben. Boy Lornsen aus Keitum schrieb drei seiner Bücher auf Plattdeutsch, darunter sein letztes von 1994. In den Tageszeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags erschien etwa monatlich eine Seite mit friesischen und niederdeutschen Beiträgen. In Leck besteht mit dem Niederdeutschen Zentrum eine eigene Einrichtung für die Sprache.
Zu den Angaben
Eine Archivfassung des Eintrags aus der früheren Nordfriesland-Datenbank ist nicht erhalten, ebenso fehlt ein Wikipedia-Artikel unter diesem Titel. Die Angaben stützen sich auf die Nachbarartikel dieses Nachschlagewerks. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.