Theodor Mommsen
Theodor Mommsen, geboren 1817 in Garding, gestorben 1903 in Berlin-Charlottenburg, war Althistoriker und Nobelpreisträger.
Die Familie kam aus der Marsch: Der Vater stammte vom Hof Hülltoft in der Wiedingharde und war Prediger in Garding. Drei Jahre alt war der Sohn, als das Pfarrhaus nach Oldesloe in Holstein wechselte, wo er mit zwei Brüdern und einer Schwester in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Der Vater weckte früh die Neigung zu den antiken Klassikern. In Kiel studierte er ab 1838 Jura, lernte dort Theodor Storm kennen und gab mit ihm 1843 ein Liederbuch heraus.
Ein dänisches Reisestipendium brachte ihn 1844 nach Frankreich und vor allem nach Italien, wo er begann, römische Inschriften zu sammeln. Schon damals plante er ein Corpus aller bekannten lateinischen Inschriften, das anders als frühere Sammlungen auf eigener Prüfung jedes Steins beruhen sollte. 1848 ging er als Journalist nach Rendsburg, wo er in der schleswig-holsteinischen Erhebung offen für liberale Ziele eintrat. Die außerordentliche Professur in Leipzig verlor er 1851 wieder, weil er sich am sächsischen Maiaufstand beteiligt hatte.
Über Zürich und Breslau führte ihn der Weg 1858 nach Berlin, an die Preußische Akademie der Wissenschaften; 1861 folgte der Lehrstuhl für römische Altertumskunde. Von dort organisierte er große Quelleneditionen und teilte die Arbeit daran neu auf, was das Sammeln der Inschriften erst möglich machte. Geschichte sollte nach seiner Auffassung auch das politische Urteil schulen: Als liberaler Abgeordneter im Reichstag griff er Bismarck mehrfach scharf an und wandte sich gegen die Ausgrenzung der Sozialdemokraten wie gegen den Antisemitismus. Ein Wohnungsbrand zerstörte 1880 seine Bibliothek und mit ihr eine Abschrift der Gotengeschichte des Jordanes, die damals als die beste erhaltene galt.
Zu den Angaben
Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Die frühere Nordfriesland-Datenbank datiert die ersten drei Bände der "Römischen Geschichte" auf 1852 bis 1854, die Wikipedia auf 1854 bis 1856. Die Verbindung nach Nordfriesland ist die Herkunft der Familie und der Geburtsort, nicht ein späteres Wirken in der Region. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Thomas Steensen: Im Zeichen einer neuen Zeit. Nordfriesland 1800 bis 1918, Bräist/Bredstedt 2005.