Momme Nissen

Momme Nissen, geboren 1870 in Deezbüll, gestorben 1943 in Ilanz, war Maler, Kunstschriftsteller und Dominikanerpater.

Zwei Onkel Nissens malten, Carl Ludwig Jessen und Christian Jessen, und ihr Beispiel brachte ihn selbst zur Malerei. Bei Jessen absolvierte er eine Lehre, und Hans Peter Feddersen verhalf ihm zum Platz an der Weimarer Malerschule. Unterrichtet haben ihn dort Leopold von Kalckreuth, Max Thedy und Theodor Hagen. In seinen nordfriesischen Bildern hielt er im Stil der Heimatmalerei unter anderem die Stuben friesischer Häuser fest. Porträts und Friesenbilder von ihm hängen im Ludwig-Nissen-Haus in Husum.

Im Umfeld Julius Langbehns

1891 traf er Julius Langbehn, den Rembrandtdeutschen, dessen Schriften völkisch und nationalistisch geprägt waren. Nissen wurde sein Sekretär und Vertrauter und schrieb daneben in den Kunstzeitschriften Der Lotse und Der Kunstwart. Wie Langbehn warb er für eine deutschnationale, volkstümliche Kunst und wandte sich gegen die Moderne. Abstrakte Malerei nannte er Irrenhauskunst und entartet.

1922 brachte er Langbehns Buch Rembrandt als Erzieher neu heraus. Sechs Jahre später folgte der Band Dürer als Führer, in dem Langbehn als Mitautor steht. Darin bezeichnete er den Renaissancekünstler als Nibelungenfigur und Heldenseele und stellte ihn gegen die Kunst seiner eigenen Zeit, der er Verweichlichung und entartete Seelen vorwarf.

Der zweite Lebensweg

Im Sommer 1901 trat Nissen zum Katholizismus über, ein Jahr nach Langbehn. Ab 1902 wohnte er in München. Bischof Paul Wilhelm von Keppler aus Rottenburg vermittelte ihm 1903 eine Sitzung bei Papst Leo XIII., der Kölner Kardinal Anton Fischer 1910 eine bei Pius X. Nach dem Umzug nach Altötting im Jahr 1914 trat er 1916 bei den Dominikanern ein und hieß von da an Benediktus. Als Pater war er unter anderem in Berlin-Hermsdorf tätig, ab 1935 in Ilanz.

Der schriftliche Nachlass liegt in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, ein weiterer Teil im Kölner Archiv der Dominikanerprovinz Teutonia. Auf Pellworm trägt das 1978 eröffnete Momme-Nissen-Haus seinen Namen.

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Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. In der Literatur erscheint er meist als Benedikt Momme Nissen, nach seinem Ordensnamen. Die frühere Nordfriesland-Datenbank führte in der Zeile zur Tätigkeit versehentlich den Zusatz Schweiz, der zum Sterbeort Ilanz in Graubünden gehört. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Nissen, Momme (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Benedikt Momme Nissen

Weiterführende Literatur

  • Momme Nissen: Meine Seele in der Welt, Freiburg 1940.