Deich- und Hauptsielverband
Deich- und Hauptsielverband heißen die großen Wasser- und Bodenverbände an der Westküste, die Deiche unterhalten und die Entwässerung ihres Gebiets führen.
Der Name verbindet zwei Aufgaben. Der Deichteil steht für die Unterhaltung der Deiche, der Sielteil für die Entwässerung durch Siele, also Durchlässe im Deich, durch die das Binnenwasser bei Ebbe abfließt. Ein solcher Verband führt das Wasser mehrerer Köge und Niederungen in einem Hauptzug zusammen und betreibt dafür Siele und Schöpfwerke. Vier Verbände tragen den Namen, zwei davon liegen in Nordfriesland: Eiderstedt und Südwesthörn-Bongsiel.
An der Spitze eines solchen Verbandes stand früher der Oberdeichgraf, in Eiderstedt von 1945 bis 1965 etwa Johan Redlef Volquardsen. Bis ins 18. Jahrhundert lag die Deichpflicht bei denen, die hinter dem Deich Land besaßen; die heutigen Verbände unterhalten vor allem die Mitteldeiche der zweiten Linie, während das Land die Landesschutzdeiche an der Küste übernommen hat. Wie sich diese Pflicht entwickelte, steht in den Einträgen zum Deichrecht und zum Deichverband; die heutigen Aufgaben des Landes behandelt der Küstenschutz.
Zu den Angaben
Die Wikipedia führt unter diesem Namen nur eine Begriffsklärung mit den vier Verbänden, und eine Archivfassung der alten Seite gibt es nicht. Über Aufgaben und Zuständigkeiten sagen die freien Quellen daher wenig; Deiche und Anlagen einzeln zeigt das Anlagen- und Deichverzeichnis des Landes. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.