Fremdenverkehr
Fremdenverkehr begann in Nordfriesland 1819 mit dem Seebad Wyk auf Föhr und wurde zur wichtigsten Erwerbsquelle der Region.
An die Nordsee zu reisen und dort sogar ins Wasser zu gehen, darauf kam vor dem 19. Jahrhundert kaum jemand. Wer an der Küste lebte, sah im Meer eine Bedrohung und keinen Erholungsort. Erst als sich die gebildeten Schichten der Natur zuwandten, entdeckte man die Reize der Küstenlandschaft. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstanden die ersten deutschen Seebäder.
Die ersten Bäder
Den Anfang machte 1819 Wyk auf Föhr, sieben Jahre später folgte Helgoland. Dorthin reiste Heinrich Heine, mit dem die Nordsee Eingang in die deutsche Literatur fand. Welches Geschäft in den Bädern steckte, sah 1851 der Schriftsteller Theodor Mügge: "Legt Seebäder an, und eure Möwen und Seeschwalben werden goldene Flügel bekommen." Besonders schnell ging es in Westerland, das um 1850 noch ein unbedeutendes Dorf war und sich ab 1855 zu einem mondänen Bad mit prominenten Gästen entwickelte.
Zurückhaltung der Einheimischen
Viele Insel- und Küstenbewohner sahen den neuen Erwerbszweig mit Misstrauen. Auf Amrum wollte man zunächst nichts davon wissen, mit Fremden Geld zu verdienen, und fürchtete um die eigenen Sitten und die schlichte Lebensart. Ab 1889 kamen die Badegäste dennoch auch dorthin. Auf dem Festland war zwölf Jahre früher aus einem Ort, der als Armenhaus Eiderstedts galt, das Seebad Sankt Peter-Ording geworden.
Über die Jahrzehnte hat sich das Verhältnis umgekehrt. In vielen Gemeinden an der Küste und auf den Inseln tragen Gäste den größten Teil der Einnahmen, während Landwirtschaft und Fischerei zurückgetreten sind.
Zu den Angaben
Die frühere Nordfriesland-Datenbank nannte für das Jahr rund 1,3 Millionen Gäste und 11,5 Millionen Übernachtungen, allerdings ohne Stichtag. Das ältere Wort Fremdenverkehr wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend durch Tourismus ersetzt, es steckt aber weiter in Begriffen wie Fremdenverkehrsamt und Fremdenverkehrsgemeinde. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.