Gezeiten

Gezeiten sind die regelmäßigen Wasserbewegungen des Meeres, die Mond und Sonne im Zusammenspiel mit der Erddrehung erzeugen.

Mond und Sonne ziehen an der Erde nicht ganz gleichmäßig: auf der zugewandten Seite etwas stärker als im Mittel, auf der abgewandten etwas schwächer. Im Ergebnis wird die Erde nach beiden Seiten hin gestreckt. Mit der täglichen Drehung wird daraus an jedem festen Ort ein Vorgang, der sich zweimal am Tag wiederholt. Entscheidend für die Wasserstände sind dabei nicht die kleinen Hebungen des Bodens, sondern die Strömungen, die der Antrieb über die gesamte Wassersäule hinweg erzeugt. Wie hoch das Wasser an einer Küste steigt, hängt deshalb von der Form der Küste und des Meeresbodens ab und nicht allein vom Stand des Mondes.

Den größeren Anteil hat der Mond, die Sonne steuert im Mittel knapp die Hälfte davon bei. Stehen beide von der Erde aus auf einer Linie, also bei Voll- und Neumond, addieren sich ihre Wirkungen zur Springtide. Bei Halbmond stehen sie im rechten Winkel, und es entsteht die niedrigere Nipptide. Besonders hohe Springtiden fallen mit der Erdnähe des Mondes zusammen. Dazu kommt das Wetter: Starker Wind kann die Wasserstände um Meter verschieben und die Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser um etwa zwanzig Minuten verändern.

Die Begriffe

Flut und Ebbe bezeichnen nicht die Wasserstände, sondern die Vorgänge: Flut ist das auflaufende, Ebbe das ablaufende Wasser. Hochwasser und Niedrigwasser sind die Zeitpunkte der höchsten und der tiefsten Stände. Beim Wechsel der Richtung kentert die Tide, und für kurze Zeit steht das Wasser still. Der Höhenunterschied zwischen Niedrig- und Hochwasser heißt Tidenhub; in amtlichen Angaben stehen dafür Kürzel wie MThw für das mittlere Tidenhochwasser.

An der nordfriesischen Küste bestimmen die Gezeiten den Tag. Zweimal fällt das Wattenmeer trocken, und zweimal füllt es sich wieder, wobei die Priele zuerst volllaufen, während das Watt ringsum noch begehbar ist. Auf den Halligen kommt bei hohen Ständen das Landunter, bei dem nur die Warften trocken bleiben. Aus dem Tidenhub und dem Windstau zusammen entsteht bei auflandigem Sturm die Sturmflut.

Zu den Angaben

Eine Archivfassung des Eintrags aus der früheren Nordfriesland-Datenbank ist nicht erhalten. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.

Quellen

  1. Wikipedia: Gezeiten