Auswanderung

Auswanderung meint hier das Verlassen Nordfrieslands auf Dauer, im 19. Jahrhundert vor allem in Richtung Nordamerika.

Bereits im 17. Jahrhundert verließen Nordfriesen die Heimat und waren unter den ersten Bewohnern von Neu-Amsterdam, aus dem später New York wurde. Eine Massenbewegung wurde daraus im 19. Jahrhundert, als wirtschaftliche Not die überkommenen Erwerbsformen auflöste. Die Dreschmaschine ersetzte menschliche Arbeitskraft, billige Industrieware machte ganze Handwerkszweige überflüssig. Dazu kam auf den Inseln, dass die Seefahrt zurückging: Wer früher aufs Meer gefahren war, fuhr jetzt über das Meer.

Politische Gründe wirkten mit, wenn auch in geringerem Maß. Erst war es die dänische Politik der Unterdrückung nach 1850, später der Anschluss an Preußen samt dreijährigem Militärdienst. Amerika erschien dagegen als Land der Freiheit und der offenen Möglichkeiten. Aus fast jedem Dorf zogen Menschen fort, am stärksten von den Inseln Föhr und Amrum. Fast jede Familie hat jenseits des Atlantiks noch heute Verwandte, und in New York hält sich ein friesischer Verein mit einigen hundert Mitgliedern.

Reich wurden nur wenige. Zu ihnen zählte Ludwig Nissen aus Husum: Er kam in New York als Juwelier zu Vermögen und stiftete seiner Vaterstadt ein Museum, das Nissenhaus. Erforscht und gesammelt wird das Thema im Auswanderer-Archiv Nordfriesland des Nordfriisk Instituut in Bredstedt, wo ein Denkmal an die vielen Tausend erinnert, die fortgingen.

Zu den Angaben

Die Angaben zu Nordfriesland folgen der Archivfassung von 2011; der Wikipedia-Artikel unter diesem Stichwort behandelt das Thema allgemein und ohne regionalen Bezug. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Auswanderung (Archivfassung 2011)
  2. Wikipedia: Auswanderung