Salz

Salz war in den nordfriesischen Utlanden ein eigener Erwerbszweig: Aus salzdurchtränktem Torf gewannen die Bewohner Salz, und der Abbau kostete das Land seine Höhe.

Unter Salzwassereinfluss entstanden in den Überschwemmungsmooren der Küste Salztorfe. Genutzt wurden sie seit dem 9. Jahrhundert zur Salzgewinnung, und in den Utlanden wurde daraus ein eigener Zweig der Wirtschaft. Archäologische Funde bei Ockholm belegen den Abbau vom 11. bis zum 14. Jahrhundert, neben etwas Landwirtschaft die Haupttätigkeit des Ortes. Auf Habel und auf Südfall lebten die Bewohner ebenfalls davon.

Der Preis des Abbaus

Wo Torf großflächig weggeholt wurde, sackte die Landschaft ab. Für die Wiedingharde werden dieses Absacken und der steigende Meeresspiegel des Mittelalters gemeinsam als Ursache genannt, dass große Teile des Gebietes dauerhaft überflutet wurden. Nach dem Wassereinbruch der Zweiten Marcellusflut verschlickten die alten Moore bei Ockholm, und der Erwerbszweig endete dort. Eine der Erklärungen für das Wort Hallig führt es auf diese Salzgewinnung zurück, auf eine germanische Wurzel für Salzkruste.

Länger hielt sich das Salzsieden auf der Hallig Galmsbüll, wo es neben der Seefahrt die Haupteinnahme war. Erst 1782 wurde es eingestellt, nachdem es längst nichts mehr eintrug, sechs Jahre vor dem Beschluss, die Hallig aufzugeben und den Anwachs davor einzudeichen. Vom Marienkoog aus lässt sich die Lage noch nachvollziehen: Sein Deich führt über die Reste der Marschinsel, die früher für die Salzgewinnung Gewicht hatte.

Zu den Angaben

Zu diesem Stichwort gibt es weder eine Archivfassung der alten Seite noch einen Wikipedia-Artikel. Die Angaben sind aus den Quellen und Archivnotizen der Orts- und Koogseiten zusammengetragen, auf denen der Salztorfabbau belegt ist. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.