Ockholm

Friesisch: e Hoolme

Ockholm ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf Warften im Ockholmer Koog nordwestlich von Bredstedt. Auf 18,64 Quadratkilometern leben 337 Einwohner (Stand Ende 2025).

Ockholm gehörte früher zur Beltringharde, die in der Zweiten Marcellusflut von 1362 unterging; danach blieb der Ort eine Hallig. Sicher erwähnt ist er 1462 im Zinsbuch des Schleswiger Bischofs als Siedlung aus 16 Warften in der Nordergoesharde. Der Name bedeutet vermutlich Insel des Ocke. Vom 11. bis zum 14. Jahrhundert lebten die Bewohner vor allem vom Salztorfabbau, bis die Moore nach dem Wassereinbruch der Flut verschlickten. Noch heute liegt die Siedlung auf 14 Warften, also auf aufgeschütteten Hügeln, die Häuser und Vieh über das Hochwasser heben.

Deiche, Fluten und Häfen

1515 erhielt die Hallig einen Deich und wurde damit landfest. Die Burchardiflut von 1634 brach ihn wieder auf, zerstörte die Kirche und kostete rund 400 Menschen das Leben. Weil die Mitteldeiche zum Schutz des Hinterlandes Vorrang hatten, begann die Wiedereindeichung erst 1639 und wurde 1641 mit verkürzter und zurückverlegter Linie abgeschlossen. Wehlen am alten Außendeich zeugen von weiteren Brüchen, denn die vorspringende Halbinsel hatte kaum Vorland. Nach der Flut von 1962 kam eine zweite Deichlinie hinzu, das Gebiet dazwischen blieb Feuchtgebiet.

1579 legten Flensburger Kaufleute hier einen Hafen an, weil ihnen Husum verwehrt war; er ging in späteren Sturmfluten unter. 1766 berief sich der Flensburger Rat erneut auf die alten Privilegien und richtete einen Hafen am Bongsiel ein, doch die schlecht entwässerten Wege durch die Köge machten ihn unbrauchbar. Mit dem Hauke-Haien-Koog von 1959 verlor Bongsiel endgültig seine Rolle an Schlüttsiel, das heute ebenfalls zum Gemeindegebiet gehört. Der südliche Teil des Kooges bis Schlüttsiel liegt in der Gemeinde. 1991 machte eine Vordeichung vor dem Ockholmer Koog weitere 78 Hektar frühere Salzwiesen landfest.

Kirche und Peterswarft

Nachdem die Flut die Heilig-Kreuz-Kirche von 1555 zerstört hatte, entstand 1647 auf der Kirchwarft ein Nachfolgebau als Saalkirche. Die Steine dafür kamen vom 1629 abgebrannten Frau-Mettenhof bei Bordelum und waren ein Geschenk des Königs. Kanzel und Taufstein stammen aus der 1634 untergegangenen Kirche von Evensbüll auf Alt-Nordstrand. Neben dem Kirchengebäude steht ein hölzerner Glockenstapel. Die Peterswarft diente 1978 als Drehort für eine Verfilmung des Schimmelreiters; ihre Eigentümer waren tatsächlich häufig Deichgrafen des Ockholmer Kooges.

1900 erhielt Ockholm Anschluss an das Straßennetz, 1921 elektrischen Strom und 1923 das Fernsprechnetz. In den 1950er Jahren brachte das Programm Nord Wasser- und Stromanschluss in die Warften. Die Schule schloss 1974, das Gebäude dient seit 1997 als Gemeinschaftshaus. Neben der Landwirtschaft trägt der Fremdenverkehr mit Ferienhäusern zur Wirtschaft bei. Erreichbar ist der Ort über die Landesstraße 191, die sogenannte Bäderstraße nach Dagebüll.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Ockholm (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Ockholm
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Hoolme bai e stroun. Ockholm. Hrsg. von der Gemeinde Ockholm 1989.