Katinger Watt
Katinger Watt ist ein Koog in der Eidermündung zwischen Vollerwiek und Kating im Kreis Nordfriesland, bedeicht 1967 bis 1973. Er ist rund 1.500 Hektar groß.
Das Katinger Watt ist ein Nebenprodukt des Küstenschutzes. Von 1967 bis 1973 entstand in der Mündung der Eider das Eidersperrwerk mit einem Damm von Vollerwiek auf Eiderstedt hinüber nach Dithmarschen. Hinter dem neuen Damm fiel das Watt vor Kating trocken, das zur Stadt Tönning gehört. Neues Ackerland war dabei nicht das Hauptziel.
Die Grüne Insel
Im Gebiet lag vorher eine kleine Insel. Sie entstand um 1900 vor Großolversum, eine Folge des Baus des Nord-Ostsee-Kanals. Einheimische nannten sie Peinsinsel, nach einem Tönninger Jagdpächter, der dort mit seinem Gehilfen auf Vogeljagd ging. Von 1927 bis 1939 war die Insel ein Vogelschutzgebiet, betreut vom Verein Jordsand, und seitdem setzte sich der Name Grüne Insel durch. Mit dem Sperrwerk ging sie im Katinger Watt auf, ihre alte Abbruchkante ist bis heute zu erkennen.
Drei Drittel
Heute teilt sich die Fläche etwa zu je einem Drittel in Acker, Wald und Naturschutzflächen. Die Äcker gehören einer landeseigenen Gesellschaft und sind verpachtet. Der Wald wurde auf entsalztem Wattboden angelegt, als Erholungsgebiet für Gäste, und ist mit Wanderwegen erschlossen. Seit einiger Zeit brütet dort der Seeadler.
Im Naturschutzgebiet Grüne Insel mit Eiderwatt, eingerichtet 1989, werden die offenen Flächen durch Beweidung und Mahd freigehalten, damit Wiesenvögel am Boden brüten können. Der Naturerlebnisraum Katinger Watt und ein kleines Informationszentrum laden zum Beobachten ein. Das Gebiet gehört zum Vogelschutzgebiet und Ramsar-Gebiet des schleswig-holsteinischen Wattenmeers.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Zur Fläche: Die Wikipedia nennt etwa 1.500 Hektar, die frühere Nordfriesland-Datenbank rund 1.300 Hektar. Der Punkt auf der Karte markiert den Mittelpunkt der Gemeinde Tönning, nicht den Koog selbst.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5