Nössekoog
Der Nössekoog ist ein Koog in der Gemeinde Sylt im Kreis Nordfriesland, bedeicht 1936/37. Er ist rund 1.780 Hektar groß.
Der Nössekoog ist der Marschstreifen im Osten von Sylt. Er zieht sich am Südrand der Sylter Geest entlang von Morsum bis Rantum. Seinen Namen hat er von der Halbinsel Nösse, die hier vor der Bedeichung lag. Sie war nur durch Sommerdeiche geschützt und wurde immer wieder überflutet, manchmal sogar im Sommer.
Ein Deich aus dem Arbeitsdienst
Pläne für einen Deich gab es schon 1778, der Landvogt Matthias Matthießen hatte einen Entwurf vorgelegt. Gebaut wurde er erst 1936 und 1937, im Rahmen eines nationalsozialistischen Programms zur Arbeitsbeschaffung und Landgewinnung. Zeitweise arbeiteten bis zu 700 Männer des Reichsarbeitsdienstes in Tag- und Nachtschichten. Trotz einer Sturmflut im Oktober 1936 war der gut 13 Kilometer lange Deich im September 1937 geschlossen.
Wiesen statt Äcker
Die Landwirtschaft tat sich schwer. Das Land war unter sehr viele Eigentümer zersplittert, das Grundwasser stand hoch, und mit großen Betrieben hatte kaum jemand Erfahrung. Erst in den 1950er Jahren halfen das Programm Nord, neue Wege und die Verlegung von Höfen. 1950 lieferten noch rund 200 Betriebe Milch an die Meierei in Tinnum.
1967 legte man ein Grabennetz von rund 60 Kilometern an, um Ackerland zu gewinnen. Geackert wird aber nur am Rand zur Geest, die Marsch blieb Grünland. Bis 1988 sank die Zahl der Betriebe auf 25, und nach der Schließung der Meierei 1996 lohnte sich die Milchviehhaltung kaum noch. Die Tinnumer Wiesen und das benachbarte Rantumbecken sind heute wichtige Rast- und Brutgebiete für Vögel.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte markiert den Mittelpunkt der Gemeinde Sylt, nicht den Koog selbst.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5