Braderup
Friesisch: Brudtarp · Dänisch: Brarup
Braderup ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf der Lecker Geest etwa acht Kilometer südlich der dänischen Grenze. Auf 13,35 Quadratkilometern leben 688 Einwohner (Stand Ende 2025).
Brathorp, das Dorf am Abhang, erscheint 1330 erstmals in einer Urkunde. Der erste Teil des Namens geht auf ein altdänisches Wort für Abhang zurück, der zweite bedeutet Dorf. Flintdolche belegen eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit, Gräber aus der Eisenzeit sprechen für eine durchgehende Anwesenheit von Menschen. Im Mittelalter ließen sich hier Dänen und Friesen nieder. In der Nähe stand der Galgenstein, die Richtstätte der Karrharde, zu der das Kirchdorf bis 1864 gehörte.
Frühgotische Backsteinkirche
Das Ortsbild prägt die um 1240 erbaute Kirche. Im 15. Jahrhundert bekam der Chor wohl ein neues Gewölbe, sonst blieb der Bau wenig verändert. Mit den klaren Formen, den weiß leuchtenden Mauern und dem quer liegenden Dach über dem viereckigen Turm gleicht er eher dänischen Kirchen. Das älteste Stück der Ausstattung ist ein Taufbecken aus gotländischem Kalkstein. Den Altar und den Schalldeckel der älteren Kanzel arbeitete im 17. Jahrhundert ein Bildhauer aus Tondern.
Von der Ausmalung des 16. Jahrhunderts mit dem Jüngsten Gericht ist nach einer Überarbeitung in den 1950er Jahren nur noch wenig zu erkennen.
Durch das Gemeindegebiet fließt der Dreiharder Gotteskoogstrom, dem aus der Dorflage der Kleine Strom zuläuft. Land- und Forstwirtschaft nutzen den größten Teil der Fläche, ein Aufforstungsprogramm erweiterte den Gemeindewald um 185 Hektar. Aus einem Sägewerk von 1920 wurde ein Baustoffhandel, weitere Betriebe kamen aus Handwerk und Bauwirtschaft hinzu. Südlich des Dorfes steht an der Bundesstraße 5 ein Windpark, der 1995 als Bürgerwindpark begann, 2006 vergrößert und 2014 um einen Speicher ergänzt wurde. Kindergarten und Schule liegen in Süderlügum und Niebüll, der nächste Bahnhalt ist Uphusum.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.
Quellen
Weiterführende Literatur
- NT, 6. 3. 2001, Schleswig-Holstein Topographie, HN 16. 3. 2002.