Süderlügum

Friesisch: Läigem

Süderlügum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, im deutsch-dänischen Grenzgebiet rund zehn Kilometer nordöstlich von Niebüll, etwa drei Kilometer von der Staatsgrenze entfernt. Auf 26,59 Quadratkilometern leben 2.280 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ortsname Lügum bedeutet an den Gewässern und geht auf das altdänische Wort für See oder Wasseransammlung zurück. Er verweist auf den Hafen, den der Ort im Mittelalter besaß und der mit der Gewinnung des Gotteskoogs 1566 seine Bedeutung verlor. In der südjütländischen Mundart wurde daraus Lym. Der Zusatz Süder unterscheidet den Ort von Norderlügum und Osterlügum, die heute nördlich der Grenze liegen. Wann er zuerst in einer Urkunde auftaucht, ist strittig: die frühere Nordfriesland-Datenbank datiert das ins 15. Jahrhundert, die Wikipedia nennt das Jahr 1177.

Durch das Dorf lief der Heer- und Ochsenweg, die wichtigste Nordsüdverbindung zwischen Esbjerg und Husum. Süderlügum bildete das Zentrum des gleichnamigen Kirchspiels innerhalb der Karrharde und kam nach dem Krieg von 1864 zu Preußen. Von 1889 bis 2007 war es Verwaltungssitz des eigenen Amtsbezirks. Den Bahnanschluss brachte das Jahr 1887, nach der Volksabstimmung von 1920 wurde die Gemeinde Grenzort, und in schneller Folge entstanden Siedlungen für Bahn- und Zollbeamte. Um 1970 kam Wimmersbüll hinzu, wo der nördlichste Bahnhaltepunkt des deutschen Festlandes liegt.

Die Marienkirche

Gebaut wurde die Marienkirche um 1200 auf einem eiszeitlichen Sandhügel, zunächst als Friedhofskapelle und Filialkirche von Humptrup. Um 1500 erhielt sie ihre heutige Länge, die romanische Balkendecke wich gotischen Gewölben, und es entstanden die ersten Ausmalungen. Die Restaurierung von 1929 und 1930 brachte eine neue Außenfassade und legte die übertünchten Deckengemälde wieder frei. Zur Ausstattung gehören ein aus zwei Granitblöcken gehauener Taufstein, der Altar von 1647 und die 1610 geschnitzte Emporenkanzel, deren sechs Felder den Sündenfall und Szenen aus dem Leben Jesu mit plattdeutschen Inschriften zeigen. Sieben Porträts erinnern an die Pastorenfamilie Claudius, aus der der Dichter Matthias Claudius stammte.

Der Grenzhandel prägt die Wirtschaft: viele Einzelhandelsbetriebe leben von Kundschaft aus Dänemark, in den Gewerbegebieten sitzen vor allem Handwerker und Dienstleister. Einer der Ursprünge der heutigen VR Bank Nord liegt im Agrarhandel des Ortes. Von 2006 an dokumentierte die Messe Grenzenlos die engen Verflechtungen zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark. Im Gemeindegebiet liegen die Naturschutzgebiete Süderberge, Süderlügumer Binnendünen sowie Schwansmoor und Kranichmoor.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten urkundlichen Nennung liegen weit auseinanderliegende Angaben vor: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt 1462, die Wikipedia das Jahr 1177. Auch die Eingemeindung von Wimmersbüll wird einmal mit 1969, einmal mit dem 28. Februar 1970 datiert. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Süderlügum (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Süderlügum
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL