Enge-Sande

Dänisch: æ Æng

Enge-Sande ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, nördlich der Soholmer Au am Übergang von der Lecker Geest in die nordfriesische Marsch. Auf 24,82 Quadratkilometern leben 1.194 Einwohner (Stand Ende 2025).

Die beiden Namen im Gemeindenamen bezeichnen ein Wiesen- und ein Sandgebiet. Klyntryngengi, damals eng mit dem Nachbardorf Klintum verbunden, erscheint im 14. Jahrhundert in den Urkunden; das Dorf Sande wird nach der einen Quelle ein Jahrhundert später genannt, nach der anderen erst 1636 im Mahn- und Hebungsregister der Enger Kirche. Steinbeile und Werkzeuge der Jungsteinzeit sowie Funde der Eisenzeit belegen eine frühe Besiedlung. In der Burchardiflut von 1634 starben im Kirchspiel Enge 50 Menschen und 142 Tiere, dazu gingen vier Häuser im Gebiet Ackern verloren.

Die Katharinenkirche in Enge

Die backsteinerne Katharinenkirche wurde im 13. Jahrhundert gebaut und der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht. Vom Ursprungsbau ist nur die Ostwand eines kleinen Kastenchores erhalten, Anfang des 17. Jahrhunderts wurde umgebaut. Der Schnitzaltar von 1520 soll der Legende nach aus einer in der Flut von 1634 untergegangenen Kirche gerettet worden sein. Auf die holzgetäfelte Decke malte Hinrich Melchior Sönnichsen 1779 eine Südansicht des Dorfes Enge, zwischen den ackernden Bauern einen Unkraut säenden Teufel. Triumphkreuz und Kruzifixus stammen aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts.

Weber, Bauern und Sprachen

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts arbeiteten viele Bewohner als Weber und verkauften Leinen und gestreiftes Wollenzeug auf den Märkten in Husum und Flensburg. Weil das Ackerland wenig hergab, zogen Dorfbewohner im Spätsommer zur Erntearbeit nach Nordstrand und nach Eiderstedt. Ab der Mitte des Jahrhunderts lebten die meisten von Rindern, Pferden und Schafen; Marschwiesen in den westlich gelegenen Kögen wurden dafür gekauft oder gepachtet. Torf gewannen die Höfe aus eigenen Ländereien unter der Kleischicht der Wiesen. Die letzte Mühle des Dorfes wurde 1979 stillgelegt.

Sprachlich war das Kirchspiel geteilt. Der Pastor Johann Andreas Iversen hielt um 1840 fest, dass im Westen vor allem Nordfriesisch und Deutsch gesprochen wurde, im Osten Deutsch und Dänisch. Albrecht Johannsen berichtete 1927, dass nur noch ein Viertel bis die Hälfte der Bevölkerung die Karrharder Mundart des Friesischen beherrschte; heute ist sie vom Aussterben bedroht. Das Dänische hält sich durch die Einrichtungen des dänischen Schulvereins im Umland, allerdings als Reichsdänisch und nicht als der ortsübliche Dialekt Sønderjysk.

Zur heutigen Gemeinde schlossen sich am 1. Februar 1974 die Dörfer Enge, Engerheide, Knorburg, Sande, Schardebüll und Soholm zusammen; die sechs Speichen im Wappenrad stehen dafür. Das Straßendorf hat keinen Kern, an der Bundesstraße 5 stehen zahlreiche Reetdachhäuser. Im nördlichen Gemeindegebiet liegt der Langenberger Forst, den Strafgefangene aus Glückstadt ab 1878 unter Leitung von Carl Emeis auf 420 Hektar Heide aufforsteten. In Sande bestand bis 2011 ein Marinemunitionsdepot mit einem 105 Meter hohen Sendeturm und einem Gleisanschluss an die Marschbahn. Grundschule und Kindergarten liegen am Rand des Ortsteils Enge.

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Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten Nennung des Dorfes Sande gibt es zwei Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank setzt sie ins 15. Jahrhundert, die Wikipedia nennt 1636. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Enge-Sande (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Enge-Sande
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Schleswig-Holstein Topographie, HN 21.3.2003.